Hotel Schlosskrug

Verifiziert von Rolf Klöckner
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Schmollerstraße 14 66111 Saarbrücken
14 Schmollerstraße Saarbrücken Saarland 66111 DE

Ganzjährig Wild

Das Hotel-Restaurant „Schlosskrug“ in Saarbrücken ist ein beliebter Treffpunkt für Vereine und Stammtische, aber vor allem für Wildfreunde. Als passionierter Jäger bietet Inhaber Robert Leppert das ganze Jahr über schmackhafte Wildspezialitäten.

Der „Schlosskrug“ in Saarbrücken liegt mitten in der Stadt, ein paar Meter von der „Alten Feuerwache“ entfernt. Das Haus hat 20 Gästezimmer über zwei Etagen und 120 Plätze in der Gastwirtschaft. Hier treffen sich Stammgäste, nicht nur aus der Nachbarschaft des Stadtteils Sankt Johann. Auch zahlreiche Vereine gehen hier ein und aus, denn gleich mehrere Turnhallen und Sportplätze liegen in der Nähe. Die Fußballer von Saar 05, die Hockeyspieler und die Tischtennisfreunde verkehren hier, zahlreiche Stammtische treffen sich hier schon seit Jahrzehnten. Der Schlüssel zum Erfolg ist wohl ein unterhaltsames Gespräch in Ruhe, ein gutes Glas Bier oder Wein und besseres Essen als anderswo bei gleichbleibender qualitativer Kontinuität. Das Haus ist brauereifrei, Partner seit vielen Jahrzehnten ist Königs-Pilsener. Ein gepflegtes Königs-Pilsener am Tresen zum Gespräch mit Freunden, dazu Hausgemachtes von der Karte: perfekt. Immer wieder gerne genommen: Kartoffelsuppe, Wurstsalat, ein Schinkenomelette, Rindergulasch oder das Rinderfilet „Pfefferkorn“. Und das alles zu sehr guten Preisen. Beim Mittagstisch ist richtig was los, und auch das Lehrpersonal der Schmollerschule fühlt sich hier sehr wohl. Seit 45 Jahren wissen die Gäste, was sie erwartet. Sie finden hier in dieser hektischen, anonymen Zeit ein Fleckchen Geborgenheit. Egal ob Handelsreisende, die im Hotel wohnen, oder Gäste aus der gesamten Region.

Der „Schlosskrug“ ist weit über die Grenzen der Stadt hinaus berühmt für seine Wildgerichte und genießt bei Kennern Kultstatus. Drei Wildgerichte stehen immer auf der Karte, ansonsten lese ich: „Besondere Wildspezialitäten halten wir für Sie nach Jagderfolg bereit“. Das sind dann etwa Frischlingsbraten, Reh-oder Hirschrücken, frische Wildleber oder auch Wildwürste. Doch dazu später mehr.

Inhaber des Hauses ist Robert Leppert. Seine Familie betreibt das Haus seit 1971. Anfang der 80er-Jahre hat es die Familie gekauft. Jürgen Leppert, Vater des heutigen Besitzers, betrieb vorher schon Gastronomie in der Saarbrücker Triererstraße. Sohn Robert ist Quereinsteiger. Wie bei vielen Saarländern war sein Broterwerb der saarländische Bergbau. Er arbeitete mehr als zwölf Jahre als gelernter Energieelektroniker, übernahm den elterlichen Betrieb im Jahr 2004. Es war nicht so kompliziert für ihn, schließlich wuchs er ja in der Gastronomie seiner Eltern auf. Er kannte die Strukturen, ließ sich also nicht auf ein unbekanntes Abenteuer ein. Zudem überließen ihm seine Eltern ein florierendes Hotel-Restaurant. Helmut Schons, Küchenchef seit 2007, zaubert täglich eine gleichbleibende hohe Qualität auf den Teller. Er arbeitet alleine in der Küche, sodass diese Leistung nicht hoch genug einzuschätzen ist. Leppert ist dankbar dafür und ergänzt: „Auch unseren Stammservicekräften bin ich dankbar, die ebenfalls einen großen Anteil am Erfolg unseres Hauses haben.“ Gaby Leese etwa ist schon seit 1992 im Haus, Nadine Harm, die mich bediente, scheint ein echter Sonnenschein zu sein.

Vater und Sohn Leppert sind passionierte Jäger. Sie betreiben im St. Wendeler Land ihre eigene Jagd. Auch schon vor ihrer Zeit im Hause verkehrten Jäger im Schlosskrug. Wir kommen zu diesem Thema in ein langes Gespräch. Doch schon nach wenigen Worten stellt Robert Leppert fest: „Ich wehre mich immer dagegen, das Wild auf den Herbst und Winter zu reduzieren. Wild ist ein ganzjähriges Gericht. Wildbret ist unser höchstwertiges Fleisch. Bei uns im Hause wird kein Wild verwendet, das auf einer Treibjagd geschossen wurde. Adrenalin und dergleichen. Bei uns wird Wild präsentiert, das von meinem Vater oder mir erlegt wurde.“ Und Leppert betont: „Ich vertrete die Auffassung, dass gutes Wildbret mit einem sauberen Schuss anfängt. Ich sage das deshalb, weil die Qualität des Fleisches damit anfängt. Magen und Gedärme des Tieres sind dann nicht verletzt. Ich kann es sauber abhängen, und die Fleischreifung kann beginnen. Ich habe ein hygienisch einwandfreies Produkt.“

Keine Wachstumshormone, keine Antibiotika, kein Stress auf dem Weg zum Schlachthof, was andere Tiere aushalten müssen in einer Gesellschaft, die in großen Teilen durch eine Nahrungsmittelindustrie mit Fleisch versorgt wird. Außerdem weiß Leppert, was er seinen Gästen anbietet. Es ist eben ein großer Unterschied, ob ein erfahrener Jäger ein Wild erlegt, oder ob ich es im Supermarkt kaufe. Dort ist nicht nachzuvollziehen, ob dies ein Jährlingshirsch ist oder ob er etwa schon sechs Jahre alt war. Außerdem weiß der Koch ja auch nicht so genau, welches Stück dies ist. Also weiß er auch nicht so ganz genau, wie er es optimal verarbeiten kann. Manchmal hätte es wohl noch für eine Hirschterrine gereicht, aber für mehr nicht.

Rehfilet im Sommer auf Blattsalaten

Das ist zweifelsohne eine große Stärke dieses Hauses. Hier wissen sie, was sie verarbeiten. Jahrzehntelange Erfahrung ist ein weiteres Argument, sich hier mal zum Wildbret einzufinden. Doch Wild ganzjährig? Robert Leppert klärt auf: „Zum einen hat Wild ganzjährig Jagdzeit. Schwarzwild etwa, da haben wir von März bis Mai die besten Stücke. Etwa Überläufer und die einjährigen Tiere. Ein Sommergericht etwa bietet auch ganz andere Möglichkeiten, etwa Rehfilet auf Sommersalaten. Die geschätzte Rehleber mit frischen Äpfeln und Zwiebeln, dazu Bratkartoffeln. Ich jage von Februar bis Mai an jedem Wochenende. Das Rehwild hat nur zwei Monate Schonzeit, im März und im April. Die Rehbockjagd wird am 1. Mai eröffnet. Das ist die Zeit, in dem der Maibock auf der Karte steht!“

Also, Rehleber gab es auf meiner persönlichen Speisekarte schon länger nicht mehr. Das steht jetzt wohl bald auf meinem Speiseplan.

Hotel Schlosskrug.jpg 2 Jahren.
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