La Maison

Verifiziert von Rolf Klöckner
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Prälat-Subtil-Ring 22, 66740, Saarlouis, Deutschland
22 Prälat-Subtil-Ring Saarlouis Saarland 66740 DE

Neu eröffnet: Bistro mit Flair

Statt auf italienische Teigware konzentriert sich Günter Wagner aus der saarländischen Pizza-Dynastie heute auf ein ganz besonderes Projekt: In Saarlouis eröffnete er nun das „Pastis“.

In Saarlouis tut sich was: In zahlreichen Stadtteilen wird gebaut, erweitert, renoviert, verschönert. Oberbürgermeister Roland Henz wurde vor kurzem noch in der Berliner Show „Die goldene Henne“ präsentiert, als Vertreter der Stadt, die in den 80er Jahren die erste deutsch-deutsche Städte­partnerschaft besiegelte. Da schrieb Saarlouis Geschichte.

Auch das alte Gebäude des Oberverwaltungsgerichts in der saarländischen Stadt mit dem französischen Flair hat ein neues Gesicht bekommen: das Hotel la Maison und das Bistro „Pastis“ strahlen jetzt hier mit besonderen Angeboten in die Region.

Auch Klassiker wie „Croque Mademoiselle“ werden im Bistro neu interpretiert. - Foto: Dirk Guldner

Auch Klassiker wie „Croque Mademoiselle“ werden im Bistro neu interpretiert. – Foto: Dirk Guldner

Gastgeber in diesem wunderschönen Anwesen ist Günter Wagner. Seine Familie hat die Firma Wagner-Pizza aus dem Saarland zu einer erfolgreichen Marke gemacht. Diese wurde dann vor einiger Zeit an einen Weltkonzern verkauft. Nun engagiert sich Wagner mit voller Kraft für dieses genussvolle Projekt in Saarlouis.

„Niveauvoll und kein Firlefanz“

Günter Wagner stellt mir die Richtung des Bistros „Pastis“ vor: „Es soll ein lockeres Bistro sein, aber schon auf gutem Niveau. Doch wir wollen uns locker präsentieren, familienfreundlich, hier ist jeder willkommen. Wir haben draußen einen wunderbaren Spielplatz. Wir wollen für alle da sein. Kein Firlefanz, eine ehrliche Bistroküche. Mit Boeuf bourguignon, Schnecken und Flammkuchen!“

Ich habe den Eindruck, dass nicht gekleckert, sondern geklotzt wurde. Diese historische Villa mit gelungenem Anbau und einem wunderschönen Park ist alleine vom Ambiente her ein weiteres Highlight im kulinarisch verwöhnten Saarland. Beste Materialien, edle Stoffe und modernste Haus- und Küchentechnik sprechen dafür eine klare Sprache. Die Innenarchitektur gestaltete Nicolay Design aus Stuttgart, die Einrichtung und das Mobiliar, mit vielen Unikaten, kreierte die Hamburger Künstlerin Conni Kotte. Für die Außenanlagen wurde die Weimarer Firma Dane Landschaftsarchitektur verpflichtet. Und das Corporate Design steht unter der Verantwortung des Saarbrücker Professors Maksimovic. Urban Art: Alles wirkt hell, viele große Fenster mit herrlichem Ausblick in den Park. Vorherrschend helles Holz, alles sehr einladend. Ich schaue mir die verschiedenen Bereiche an, schlendere um die nächste Ecke, da hängt ein Bild von Udo Lindenberg. Wie der Hausherr sagte, alles sehr locker.

Foto: Dirk Guldner

Foto: Dirk Guldner

Das Vier-Sterne-Hotel bietet 35 Zimmer und drei Suiten, das Bistro „Pastis“ bietet neben dem eigentlichen Raum auch noch einen Wintergarten. Im Sommer wird auch im Park eingedeckt. Dazu gibt es noch einen Feinkostladen, in dem hausgemachte und regionale Produkte verkauft werden. Weine natürlich auch. Für Tagungen stehen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung: im Erdgeschoss und auch ein großer Raum im Dachatelier.
Doch kommen wir zum Wesentlichen: zum Essen und Trinken. Die Bestecke stehen auf dem Tisch zum Selbernehmen, wie ich es auch von guten Wirtshäusern und Bistros in Saarbrücken kenne. Das Ganze erinnert mich sehr an die französische Bistrokultur, aus Paris und Nancy etwa. Auf einem Tableau sind die Tagesangebote verzeichnet, die Speisekarte wird von ein paar Metallknöpfen zusammengehalten, sodass ich vermute, dass sie somit schnell austauschbar ist und den Jahreszeiten angepasst werden kann.

Ausgewählte Tropfen

Martin Stopp ist hier Küchenchef, Serviceleiter ist Eugen Kononjuk. Eugen arbeitete schon bei vielen guten Adressen, bis vor ein paar Monaten gestaltete er die Weinkarte bei Klaus Erforts „Hotel Fuchs“ in der Saarbrücker Altstadt. Ein ausgewiesener Weinfachmann und Serviceleiter. Als ich mich etwas umsehe, mit detektivischem Gespür, stelle ich fest: Es gibt hier zwei Weinkarten, die normale und „Eugens Undercoverkarte“ für Weinfreaks. Sehr sympathisch. Auf beiden lassen sich ausgewählte Tropfen finden, auf der normalen stehen exquisite Namen wie Dr. Heger aus Südbaden, Van Volxem von der Saar, Karl Petgen von der saarländischen Obermosel oder auch ein Brouilly von Ferrand aus dem Beaujolais. Auf „Eugens Undercoverkarte“ finde ich hingegen: Dönnhoff von der Nahe, ein Léoville-Barton aus Bordeaux, ein Viognier von M. Chapoutier von der Rhône oder ein Sassicaia aus der Toscana.

Küchenchef Martin Stopp stellt sich selber vor: „Ich bin 35 Jahre alt und stamme aus einer Schwarzenholzer Gastronomenfamilie. Mit zehn kam der Wunsch in mir auf, Koch zu werden. Ich machte meine Ausbildung bei Klaus Erfort im Parkhotel Gengenbach. Das war schon eine neue kulinarische Welt, die ich bei ihm erlebte. Es war beeindruckend zu sehen, was man mit guten Produkten kochen kann. Ich bin danach ins Schloss-Restaurant Röttele nach Baden-Baden. Dort lernte ich Hotel- und Bankettküche. Dann ging es nach Zürich, zur Wirtschaft „Zum Wiesengrund“. Zwei-Sterne-Haus. Dann nach Basel zu Stucki, auch ganz hohes Niveau. Nächste Station war Berlin, da wurde ich Küchenchef im Oktogon. Ganz anders, sehr stylish, neue Erfahrung mit euroasiatischer Fusionsküche.“

Das Konzept im „Pastis“ ist hohes Bistroniveau, mit klassischen französischen und regionalen Einflüssen aus dem Dreiländereck. Gemüse etwa gibt es von Bioland-Denis aus Lisdorf, Qualität ist der Anspruch. Dabei legt die Küche Wert auf moderne Interpretationen, auch der Klassiker.

Nochmals der Küchenchef: „Selbst ein Croque Monsieur, den man heute selten auf einer Bistrokarte findet, an so was gehe ich gerne heran. Oder Salade Nicoise, etwas anders interpretiert. Mit unserem Tartar haben wir uns auch etwas Besonderes ausgedacht. Dabei sind wir sehr selbstkritisch, und freuen uns auch auf Kommunikation mit unseren Gästen.“

Günter Wagner, Martin Stopp und Hotel­direktor Alexander Reber (von links) sehen ge­spannt ihren neuen Aufgaben entgegen. - Foto: Dirk Guldner

Günter Wagner, Martin Stopp und Hotel­direktor Alexander Reber (von links) sehen ge­spannt ihren neuen Aufgaben entgegen. – Foto: Dirk Guldner

Eine sehr interessante, neue Adresse im Land. Hier herrscht Kompetenz und ein gutes Händchen für Qualität zum Wohl der Gäste. Ob der Betreiber darüberhinaus noch eine Feinschmeckerstube einrichtet, steht allerdings bislang noch nicht fest. Zurzeit gibt es einmal im Monat ein Gourmetmenü. Ist doch schon mal ein Anfang.

LA MAISON 2 Jahren.
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