La Source des Sens

Verifiziert von Rolf Klöckner
La Source des Sens
La Source des Sens
La Source des Sens
La Source des Sens
19, Route du Haguenau, 67360 Morsbronn-les-Bains
19 Route de Haguenau Durrenbach Alsace 67360 FR

Die Quelle der Sinne

Seit 2001 betreiben Anne und Pierre Weller in Morsbronn-les-Bains ihr „La Source des Sens“. Doch was die beiden in den vergangenen Jahren daraus gemacht haben, ist nicht nur ein kulinarisches Erlebnis, sondern auch ein Wohlfühl-Paradies.

Vor etwa einem Jahrzehnt bekam ich einen Tipp von einem guten Bekannten. Er erzählte mir, ein junger Koch sei nach einer halben Weltreise in sein Elternhaus nach Morsbronn-les-Bains zurückgekehrt und hätte es zusammen mit seiner Frau Anne übernommen. Ich fuhr ein paar Tage später hin und traf dort noch auf ein Ambiente, wie man es heute nicht mehr vorfindet.

Der Koch heißt Pierre Weller und seit damals hat sich in der 19, Route de Haguenau viel getan. Gekocht hat er damals schon wie ein Weltmeister. Doch aus dem verschlafenen Gutshof mit ein paar Zimmern zum Übernachten ist ein modernes Haus mit großer Küche, exzellenter Weinkarte und einem außergewöhnlichen Wellnesszentrum geworden: die „Quelle der Sinne“.

Also setzte ich mich dieser Tage bei den ersten Sonnenstrahlen wieder in mein Auto und nahm die Route über Bitche und Niederbronn in die 730-Seelen-Gemeinde, nicht weit von Haguenau im nördlichen Elsass. Das Örtchen war schon immer ein Kurort für Rheuma- und Arthrosekranke, früher wurde dort die Kur von der Krankenkasse bezahlt. Doch das ist lange her.

Spannender ist die Frage: Wie kam der Sohn des Hauses zu dieser außergewöhnlichen Karriere? Pierre Weller wollte eigentlich gar nicht Koch werden, sondern Fußballer. Profifußballer, um genau zu sein. Als er 16 Jahre alt war, schickte ihn seine Mutter zu einem befreundeten Gastronomen in die Küche und den Service. Sommerferien: vier Wochen Küche, vier Wochen Restaurant. Danach war er von dieser Arbeit so begeistert, dass er sich auf der Hotelfachschule in Straßburg anmeldete.

Von da aus ging es sofort steil bergauf: 1989 wechselte er in das Drei-Sterne-Restaurant Louis XV von Alain Ducasse nach Monte-Carlo. Er erinnert sich: „Das war schon ein Riesenschritt. Ich hatte noch nie in so einer großen Brigade gearbeitet, alle zusammen waren wir in der Küche 25 Leute.“ Danach ging Weller in die elsässischen Vorzeigerestaurants zu Fernand Mischler nach Lembach und in das Drei-Sterne-Haus von Antoine Westermann in Straßburg. Es folgten Stationen in Sternehäusern in den französischen Alpen und in der Provence. Dort blieb er bei Sterne-Koch Jean-Pierre Jacob vier Jahre und verließ diesen als Sous-Chef des Zwei-Sterne-Hauses. Er kehrte Europa den Rücken und eröffnete in Brasilien ein französisches Restaurant. Anschließend folgten Arbeitsstellen in Japan und Moskau. 2001 ging Pierre Weller dann zurück ins Elsass. Er wollte das Familiengeschäft übernehmen – aus dem „Hotel de Marne“ wurde die „Source des Sens“.

Es war alles andere als einfach. Das Hotel war bis dahin ein Kurgästehaus, aber Anne und Pierre Weller schwebte etwas ganz anderes vor. Zunächst installierte Weller eine Kamera in der Küche, so können die Gäste auf einem großen Bildschirm im Restaurant verfolgen, wie ihr Essen zubereitet wird.

Und die Küche in diesem Haus ist alleine schon die Reise wert. Die Inspirationen für seine gewagte und subtile Kochkunst brachte Pierre Weller aus der ganzen Welt mit. Seine Reiseerfahrungen sind die Grundidee, und diese dekliniert er mit den regionalen Produkten und dem Rhythmus der Jahreszeiten. Auf den Tellern entdeckt man eine Symphonie unterschiedlichster Aromen und Geschmacksrichtungen, verfeinert durch eine wohldurchdachte Kochtechnik. Es ist ein perfektes Zusammenspiel von hervorragenden Viktualien in nicht erwarteter Farbenfreude. In der Quelle der Sinne werden diese inspiriert.

Dazu erwartet die Gäste eine große und bestens durchdachte Weinkarte. Anne Weller berät in ihrer freundlichen, kompetenten und sicheren Art bei der Weinauswahl gerne. Dabei warten viele wohlschmeckende Tröpfchen – nicht nur aus dem Elsass – darauf, getrunken zu werden.
Anne und Pierre Weller bauten das alte Haus um, bauten an, gestalteten die alten Hotelzimmer neu. Bei meinem zweiten Besuch 2005 schauten wir auf den Garten, und die beiden erzählten mir von ihren Träumen. „Auf die linke Seite kommt ein Hotelanbau mit Kochschule, rechts wird ein Spa gebaut.“ Ich schaute damals etwas ungläubig. Heute erzählt der Weltenbummler: „2005 kam der französische Restauranttester Gilles Pudlowski, der unser Haus und meine Küche in seinem Führer ‚Le Pudlo‘ lobte. Und dann ging es los, immer mehr Gäste kamen. 2005 fingen wir an, die ersten Zimmer neu zu gestalten. Eine neue Küche, wir bauten noch einen Raum für das Restaurant an. 2007 bauten wir die Designzimmer und eröffneten das Wellnesshaus. Damals hatte es 400 Quadratmeter, seit 2013 sind es 2.000. 2009 haben wir die alten Zimmer alle komplett renoviert, 2011 stellten wir die 18 Naturzimmer fertig.“

Der 42-Jährige hat hier nicht gekleckert, sondern richtig geklotzt. Jahr für Jahr wurde gebaut, jetzt sind sie endlich fertig. Ein kleines Paradies, in Harmonie mit viel Geschmack, halt eine „Quelle für alle Sinne“. Die Familie wurde größer. Seine Frau Anne bekam zwei Söhne, arbeitet aber immer noch den ganzen Tag mit. Die „Source des Sens“ läuft, ist oft ausgebucht. Ein wundervoller Ort, um die ersten Sonnenstrahlen des Jahres zu genießen.

Am nächsten Morgen dann ein paar Stunden in die Wellnessoase und der Kurzurlaub ist perfekt: Eine Einladung, zu einer Vielzahl sensitiver Erfahrungen, außergewöhnlicher Rituale und wohltuender Pflege für Körper und Geist. Bei unserem Wellnessgang legte der Chef Wert darauf, dass wir die Exklusiv-Reise „La Parenthese“ kennen lernen. Sieben Räume, sieben Erfahrungen – eine Rundfahrt zu zweit in einer Stunde und 40 Minuten. Ein außergewöhnlicher Moment, in dem völlige Entspannung im Mittelpunkt steht. Es fängt an in einem Salzwasserbecken mit Unterwassermusik. Mehr darf ich aber nicht verraten.

Geschlafen habe ich bei meinem letzten Besuch gefühlt mitten im Wald. Die neuen Naturzimmer haben alle eine riesige Glasscheibe auf einer Seite. Wenn man die Vorhänge nicht zuzieht, hat man den Eindruck, man schlafe in der freien Natur – traumhaft.

La Source des Sens 3 Jahren.
La Source des Sens 3 Jahren.
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