Porto Cervo

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Porto Cervo
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Porto Cervo
Hüttenwerkstraße 48, 66763 Dillingen
48 Hüttenwerkstraße Dillingen/Saar Saarland 66763 DE
+49 6831 1341+49 6831 1341

Schnörkellos perfekt

Das „Porto Cervo“ ist eine beliebte Adresse in Dillingen. Ein klassischer Italiener mit gehobenem Anspruch. Luigi, Concetta und Viktoria Samantha Pignanelli verwöhnen ihre Gäste mit zahlreichen Spezialitäten der Mittelmeer-Küche.

An den klassischen deutschen Industriestandorten wie dem Ruhrgebiet und dem Saarland wurden in den 60er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts viele Arbeitskräfte gebraucht. So war es damals schon in diesen Gegenden Deutschlands normal, dass Menschen aus anderen Ländern zu uns kamen, um die enormen Arbeitsanforderungen zu stemmen. Italienische Familien etwa gehörten mein ganzes Leben lang zu unserer Gesellschaft.

Meinen ersten Italiener, Toni, lernte ich Anfang der 60er-Jahre kennen, und als meine Mutter um die Jahrtausendwende schon hoch betagt war, machte ihr Toni, mittlerweile auch schon um die 70 Jahre, den Garten. Viele dieser Einwanderer leben mittlerweile schon in der dritten Generation hier im Lande. Und das Saarland ohne Italiener wäre auch nicht das Saarland, das ich kenne und mag. Auch Familie Pignanelli ist solch ein Fall. Bei ihnen kam der Großvater als Handwerker ins Saarland. Wie viele fand er Arbeit bei den Ford-Werken. Andere arbeiteten bei der Dillinger Hütte. Er stammt aus Sutera auf Sizilien. Heute hat die Stadt Dillingen mit Sutera eine Städtepartnerschaft.

Viele Kinder derer, die damals hierherkamen, arbeiten heute in anderen Branchen. So auch Familie Pignanelli. Chefkoch Luigi stammt aus Kalabrien, seine Frau Concetta aus Sizilien. Vor zwölf Jahren eröffneten sie ihr Lokal in der Dillinger City. Heute erleben die Gäste hier im „Porto Cervo“ eine Küche für jedermann, aber auf gehobenem Niveau. Die Chefin erinnert sich: „Mittlerweile ist unsere Tochter Viktoria Samantha auch ins Geschäft eingestiegen, wir sind ein reiner Familienbetrieb.“

Hier gibt es eine italienische Küche mit hausgemachten Nudeln. Zudem bietet die Karte viel Fisch, etwa Seezunge, Lotte oder Schwertfisch. „Wir verarbeiten auch Sommer- und Wintertrüffel. Und auch Wild spielt auf unserer Karte eine große Rolle“, sagt Concetta Pignanelli. „Unsere besonderen Veranstaltungen kommen bei den Kunden gut an, etwa die ,Italienische Nacht‘ mit einem Menu quer durch Italien. Legendär ist auch unser Heilig-Morgen-Brunch, bei dem wir ein Buffet mit 600 Austern und Champagner bieten.“ Die Champagner- und Prosecco-Auswahl lässt dabei keine Wünsche offen.

Als Familie Pignanelli mit ihrer gehobenen Küche anfing, dauerte es ein paar Monate, bis der Laden lief. Doch seither ist das Haus voll, aus vielen Gästen wurden Freunde. Die Gäste sagen hier auch nicht: „Wir gehen ins ,Porto Cervo‘, sie sagen wir gehen zu Luigi und Concetta.“ Dabei zählen in diesem Familienunternehmen auch die Angestellten zur Familie, Concetta hat schon zahlreiche Mitarbeiter ausgebildet. Die Betreiber lassen es sich auch nicht nehmen, mit der ganzen Truppe jährlich einen Familienausflug in die Champagne zu machen.

Sie wollen hier keine Sterneküche anbieten, ihr Anspruch ist, dass jeder kommen soll. Concetta formulierte das so: „Bei uns kann man eine Suppe essen, bei uns kann man einen Salat oder eine Pizza essen. Wir haben reiche Gäste, aber auch ärmere. Das ist hier gleich.“ Auch die italienische Weinkarte kann sich sehen lassen. In allen Preisklassen können die Gäste hier ihren Lieblingswein bestellen.

Tochter Viktoria Samantha betritt den Raum. Kurze Begrüßung, dann sagt sie: „Ich kenne Sie.“ Auf meinen fragenden Blick hin fährt sie fort: „Von der Berufsschule am Mügelsberg. Da waren Sie im vergangenen Jahr mit Cliff Hämmerle und hielten einen Vortrag. Das war ein sehr schöner Tag.“

Ravioli mit Sommertrüffeln

Viktoria Samantha ist mit der Gastronomie groß geworden. Dennoch wagte sie erst einen Ausflug in ein anderes Metier und überlegte, eine Ausbildung bei einem Steuerberater zu machen. Doch letztlich entschied sie sich doch fürs Res-taurantfach. Hier bei Mama. Kein Zuckerschlecken, wie sie sich erinnert: „Einen Teil meiner Ausbildung habe ich in der Küche bei Papa gemacht. Dort lernte ich das Filetieren von Fischen, Tranchieren von Poularden und vieles mehr. Auch im Service habe ich weitaus mehr als die üblichen Standards gelernt.“

Auch durch die regelmäßigen Besuche zahlreicher Weinvertreter hat die junge Frau viel Interessantes über Weine gelernt. „Ich habe dabei wirklich meine Liebe für die Gastronomie entdeckt. Nach dem Ende meiner Ausbildung 2013 habe ich mich in der Restaurantfachschule am Mügelsberg weitergebildet. Jetzt bin ich Restaurantfachfrau, mache noch meinen Hotellerie-Managementabschluss, und dann will ich unser Restaurant irgendwann selbst übernehmen.“

Wir setzen wir uns an den Tisch, und Luigi zaubert uns einige Spezialitäten seiner Küche. Heute hatten wir besonderes Glück, denn gerade wurde eine Kiste frischer Trüffel angeliefert. Und so gab es von allem etwas – keine Totschlagportionen, aber vielfältig. Selbstgemachte Ravioli gefüllt mit Spinat und Ricotta mit schwarzen Sommertrüffeln aus Umbrien, Spaghetti Vongole, Pizza, Surf and Turf – das waren Filetto Toscana mit Riesengambas in einer Hummersauce sowie hausgemachte Tagliatelle, danach die Dessertvariation „Porto Cervo“ mit Tiramisu, Mousse au Chocolat, karamellisierter Panna Cotta und Erdbeereis.

Dazu war die Weinauswahl der Chefin sehr geschmackvoll zusammengestellt. Zum ersten Gang präsentierte sie einen Orvieto San Giovanni 2015 vom Castello della Sala aus Umbrien, gefolgt von einem meiner Lieblingsweine, einem 2012er Le Volte aus dem Hause Ornellaia und zum Abschluss einen 2011er Fiano Passito Privilegro von Feudi du San Gregorio aus Kampanien.

Chefkoch Luigi Pignanelli versteht sein Handwerk. Er ist einer der Großen der italienischen Kochszene im Land zwischen Blies, Saar und Mosel. Hier ist alles Handarbeit, hier wird alles hausgemacht. Verbunden mit Geschmackshandwerk prägt hier die Leichtigkeit mediterraner Kochkunst besondere Kreationen. Das ist schnörkellose, aber geschmackvolle Küche, wie man sie lange suchen muss. Und wie ich sie mag.

Die italienische Variante des Gasthauses gefällt mir sehr. Man kann hier in der Mittagspause vorbeischauen, um einen Salat oder einen Teller Nudeln zu goutieren. Im selben Haus kann man aber auch Taufe, Firmenjubiläum oder runden Geburtstag feiern. Familie Pignanelli ist da sehr flexibel, und Luigi zaubert für jeden Anlass etwas Besonderes. Das Olivenöl ist allgegenwärtig. Kommt etwas frisch ins Haus, wird es in unterschiedlichen Gerichten eingebaut.

Porto Cervo 12 Monaten.
Porto Cervo 12 Monaten.
Porto Cervo 12 Monaten.
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