Quanah Schott Pâtisserie

Verifiziert von Rolf Klöckner
Quanah Schott Pâtisserie
Quanah Schott Pâtisserie
Quanah Schott Pâtisserie
Quanah Schott Pâtisserie
Quanah Schott Pâtisserie
Mainzer Straße 86-88, 66121, Saarbrücken, Deutschland
86-88 Mainzer Straße Saarbrücken Saarland 66121 DE
+49 174 3055405+49 174 3055405

Der junge Quanah Schott hat in der Mainzer Straße in Saarbrücken einen Genusstempel für Leckerschmecker eröffnet. In der Quanah Schott Patisserie präsentiert er himmlische Leckereien, die eine Sünde wert sind.

Während im Saarland gerade über die Zweisprachigkeit des französischsten Bundeslandes heiß diskutiert wird, höre ich die beeindruckende Erzählung über den beruflichen Werdegang eines jungen Mannes, der diesen Weg ohne Zweisprachigkeit nie geschaffen hätte. Und der jetzt durch sein Können seine Heimatstadt Saarbrücken reicher macht: Quanah Schott. Er wurde zweisprachig erzogen, deutsch-französischer Kindergarten, Abitur am Deutsch-Französischen Gymnasium. „Und wie kamen Sie nach Paris?“, frage ich ihn. Er lächelt: „ Ich wollte meine Lehre in Paris machen. Wenn ich den Beruf des Patissiers ergreife, wollte ich in einem der besten Häuser lernen. Die befinden sich alle in Paris, dort gibt es auch die besten Produkte. Ich setzte mich also in den Zug, ein Koffer, drei Bücher. Bei einem Freund konnte ich zwei Monate wohnen, bis ich eine kleine Unterkunft gefunden hatte.“ Es war eine gewisse Umstellung, er fuhr die ersten Tage morgens mit der Métro zur Arbeit und wusste anfangs nicht so genau, wo er aussteigen musste.

Doch es klappte. Er begann die zweijährige Lehre bei Pierre Hermés. Danach bekam Quanah Schott das Angebot, er solle bleiben, der Chef hätte noch viel vor mit ihm. Er war sehr motiviert, arbeitete viel – auch gerne an Sonn- und Feiertagen.

Die bunten Macarons sind eine der Spezialitäten von Patissier Quanah Schott.-Foto:D.G.Nach einem Jahr wurde ihm der Chefposten in Hermés Boutique in der Rue Bonaparte an der Place Saint Sulpice angeboten. Dort produzierte er täglich um die 1.000 Kuchen mit seinem Team. Fünf Patissiers und zehn Verkäuferinnen arbeiteten in diesem kleinen Geschäft. Von der Rue Bonaparte aus folgte er seinem Chef ins Elsass. Dieser baute dort eine neue große Produktionsstätte für Pralinen und Macarons in Wittenheim bei Mulhouse. 150 Kilo Macarons anfangs, am Ende seiner Tätigkeit dort, zwei Jahre später, waren es 600 Kilo. Jeden Monat gab es neue Rezepte, neue Kunstwerke. Doch irgendwann brauchte er Luftveränderung.

Hermés bekam zu jener Zeit die Patisserie im Fünf-Sterne-Hotel Royal Monceau, einem Luxushotel, von Stardesigner Philippe Starck umgebaut, nahe der Champs-Elysées: 37, Avenue Hoche. Die beiden hauseigenen Restaurants sind mit einem Stern ausgezeichnet. Schott erinnert sich: „Da rief in der Nacht auch mal um eins ein Scheich an. Meistens stand ich dann vor der Aufgabe, etwas zu backen, was auf keiner Karte stand. Dabei lernte ich allerdings viel dazu.“

Macarons sind in vielen Ländern zum Lieblingsgebäck geworden. Von Paris aus haben sie europaweit die Gaumen und Sinne der Leckerschmecker erobert. Sie sind etwas ganz besonderes, denn das Geschmackserlebnis ist einmalig. Sie bestehen aus zwei aufeinandergesetzten Mandelbaisers, dazwischen ist eine unwiderstehliche Creme oder Konfitüre. Fantasie und Geschmacksnuancen in der Herstellung sind keine Grenzen gesetzt.

Quanah Schott ist für die Her­stellung der Leckereien ver­ant­wort­lich, seine Lebens­ge­fährtin Marie Felix kümmert sich um den Ver­kauf.-Foto:D.G.Man steckt sie auch nicht einfach in den Mund und zerkaut sie. Vorsichtig in den Mund nehmen, dann mit leichtem Druck von Gaumen und Zunge drücken. Die beiden Baisers öffnen sich und man schmeckt die besten Fruchtkompositionen oder eine unschlagbare Schokoladenexplosion im Mund. Einzigartig! Doch Vorsicht: Ergänzt durch diese himmlischen Mandelaromen besteht Suchtgefahr! Als die Baisers ihren Urknall hatten, vor vielen hundert Jahren, hieß es: Es sind kleine Baiserkekse aus Mandelmehl, leicht und luftig. Heute sind es Kunstwerke, wie sie Pierre Hermés in Paris anfertigen lässt oder Quanah Schott sie in seiner Genussmanufaktur in der Saarbrücker Mainzer Straße produziert.

Arts et Metier heißt eine U-Bahnstation in Paris. Kunst und Handwerk, halt Handwerkskunst. An diese muss ich immer wieder denken, seit ich den sympathischen Saarbrücker Patissier kennengelernt habe. Schott glänzt mit einzigartigen Kompositionen. Alles natürlich in Handarbeit, natürlich ohne die echten Macarons beleidigende Zusatzstoffe.

Neben dem kleinen Verkaufsladen hat er, von der Straße aus einzusehen, seine Genusswerkstatt. Schauen Sie sich das mal an, wenn er seine Macarons mit Ganache füllt. Ganache ist eine Mischung aus Sahne und hochwertiger Schokolade. Andere Geschmacksrichtungen aus seiner Genusskulturmanufaktur sind Karamell, Milchschokolade mit Passionsfrucht, Aperol mit Orange und Grapefruit, Limette-Basilikum und viele, viele andere, ganz besondere Geschmackskompositionen. Mit den Jahreszeiten wechseln auch die Rezepte.

Foto.D.G.Ich frage ihn, warum er selber die Macarons so toll findet. „Mit Macarons ist so ziemlich jeder Geschmack und jede Farbe möglich. Sie haben den Vorteil, dass man verschiedene Geschmacksrichtungen probieren kann, ohne direkt drei große Stücke Kuchen kaufen zu müssen. Die Geschmacksvielfalt ist somit fast unbegrenzt. Der Macaron ist aber auch so ein Geschmackserlebnis: Die dünne knusprige Hülle verbirgt einen sanften geschmacksintensiven Kern.“

Seine Freundin Marie Felix hat er aus Paris mitgebracht. Mademoiselle leitet den Verkaufsladen. Sie mag die Genussfähigkeit der Saarländer und Lothringer und vermisst die „Capitale“ nicht allzu sehr. Kurz vor Weihnachten eröffnete Quanah Schott sein Geschäft in Saarbrücken. Er suchte eine alte Bäckerei oder Metzgerei. Schröder hatte diese Filiale gerade aufgegeben – die Lage passte. Parkplätze sind vor der Tür. Nach einmonatiger Renovierung konnte er eröffnen. Es dauerte rund einen Monat, und er hatte schon sein Stammpublikum. Viele Franzosen gehören dazu. Ich jetzt auch.

Es gibt auch kleine Kuchen, süße Verführungen, alles mit französischer Handschrift. Die Theke bietet reichlich Auswahl. Ich habe mir einiges dort gekauft, und als ich dann zum samstäglichen Nachmittagskaffee eine nach der andern Schnitte im Mund zergehen ließ, dachte ich: wie im Paradies.

Für den Valentinstag bietet er zwölf Macarons in einer Verpackung, die ein rotes Herz darstellt, an. Weitere Schleckereien wird er in den nächsten Wochen seinen Kunden präsentieren. Er will auch für Restaurants und Cafés produzieren.
Das wäre für viele Läden sinnvoll, denn die Pâtisserie von Quanah Schott ist etwas ganz Besonderes.

Quanah Schott Pâtisserie 3 Jahren.
Quanah Schott Pâtisserie 3 Jahren.
Quanah Schott Pâtisserie 3 Jahren.
Quanah Schott Pâtisserie 3 Jahren.
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