Vin!oh

Verifiziert von Rolf Klöckner
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Marktplatz 3, 66424 Homburg
3 Marktplatz Homburg Saarland 66424 DE

Seit einigen Monaten gibt es in Homburg das italienische Restaurant „Oh!lio“. Jetzt hat vor wenigen Wochen in un­mittel­barer Nachbarschaft das „Vin!oh“ aufgemacht. Die Besitzer sind die gleichen, das Konzept ein anderes. Hier gibt es erlesene Weinspezialitäten und Kulinarisches als Begleiter zum Wein.

Der Homburger Marktplatz hat etwas sehr beschauliches. Übersichtlich, ein Ort zum Verweilen. Viele sitzen in der Sonne, eingerahmt von Olivenbäumchen, und lassen es sich gut gehen. Ein Samstag ist vielleicht der beste Termin, den Homburger Marktplatz zu besuchen. Denn da läuft auf der Bühne der Homburger Musiksommer. Immer samstags. Bis in den September. Und da bietet es sich förmlich an, bei der Musik einer Jazzband in einem der Restaurants Platz zu nehmen und etwas zu goutieren. Ich gehe ins „Vin!oh“. Helles Holz, einladende Töne, beste Materialien. Und Küchenmaschinen und eine Weinkühlung vom Feinsten. Ein Ort zum Verweilen.

Giuseppe Nardi, der in seinem Hauptberuf die Geschicke von Dr. Theiss Naturwaren lenkt, ist ein ausgewiesener Gourmet. Nachdem er mir vor ein paar Monaten das „Oh!lio“ vorstellte, präsentiert er mir nun die neue Weinbar: das „Vin!oh“. Nardi: „Das Vin!oh lebt von einer breiten Auswahl großer Weine, die man hier zu einem fairen Preis glasweise genießen kann. Wir versichern dem Gast, dass jede Flasche so gelagert wird, dass man die Weine richtig durchgekühlt genießen kann.“

So gibt es etwa einen frischen italienischen Pinot Grigo ab drei Euro. Aber auch edle Kreszenzen aus Italien, Frankreich und Deutschland liegen in der modernen Kühltheke. Falls eine Flasche abends nicht leer getrunken wird, entzieht die Anlage ihr den Sauerstoff. So kann man sie auch noch am nächsten Tag – ohne Qualitätsverlust – genießen.

Die Grundidee in dieser Weinbar ist, neben den edlen Tropfen ein kulinarisches Angebot an Speisen vorzuhalten, die diesen Weingenuss begleiten. Sagen wir es so: Es ist die italienische Variante der Tapaskultur. Erlesenes Essen, das die Kunden erfreut.

Da ist etwa der Antipastiteller mit hochwertigem San-Daniele-Schinken, verschiedenen italienischen Salamisorten und einer besonderen Auswahl an italienischem Käse, keine Allerweltssorten. Natürlich auch hochwertige Mortadella. Da ist sehr viel Wissen um gute Produkte vorhanden. Der italienische Koch zaubert den Geschmack des Südens in die Speisen. Hier werden auch unterschiedliche Brote gebacken. Ich nahm mir gleich vom Focaccia – Mehl, Hefe, Meersalz, Wasser, Olivenöl und einen Rosmarinzweig braucht man dafür.

Nudeln werden täglich frisch selbst hergestellt

Doch das „Vin!oh“ wäre kein italienisches Ristorante, wenn nicht auch die unterschiedlichen Nudeln täglich frisch gemacht würden. Vor den Augen der Gäste gewalzt und ausgeschnitten in unterschiedlichen Formen. Mehr Süden geht nicht. Täglich gibt es frische Nudeln in unterschiedlicher Form – ob Pappardelle, Farfalette, Spaghetti oder Tortellini.

Dazu macht der Küchenchef Ivan Ricolo in italienischer Tradition herausragende Saucen. Etwa mit Datteltomaten, die schon von weitem mit einem einmaligen Geruch grüßen. Mit dem hauseigenen frischen Olivenöl und Schalotten zaubert Ricolo dann eine Tomatensauce zum Träumen. Oder die Küche bereitet mit norditalienischen Trüffeln eine außergewöhnliche Trüffelsauce. Übrigens: Auch die Speisen werden zu bezahlbaren Preisen angeboten.

Ricolo hat schon in mehreren guten Häusern in Italien, Deutschland und der Schweiz gekocht. Er ist ein etwas avantgardistisch veranlagter junger Mann, der gerne experimentiert. Über mehrere Stationen seiner Berufsbildung hat er sich weiterentwickelt und seinen Stil gefunden. Nardi schätz an ihm: „Er hat das Wissen und das Gefühl für eine gute mediterrane Küche. An eine zarte Tomate und ein gutes Olivenöl kann man nicht jeden heranlassen.

Es gibt auch Köche, die es schaffen, diese feinen Zutaten zu zerstören, indem sie das Öl zu stark erhitzen, die Schalotten zu stark anbraten oder falsch würzen. Diese Lebensmittel haben auch eine Seele“. Der Service wird von Riccardo Bellan und Marco Dante geleitet. Beide sehr empathisch und kompetent!

Doch machen sich die Betreiber nicht selber Konkurrenz mit dem neuen Betrieb direkt neben dem „Oh!lio“? Nochmals Giuseppe Nardi: „ Wir haben mit dem Oh!lio ein klassisches italienisches Restaurant. Mit einer hervorragenden Pizzeria, die wir nicht unbedingt als Bestandteil unserer Küche sehen. Die Pizzeria wird von uns mit besonderem Personal und Fachkräften organisiert. In der Küche des Oh!lio stehen zehn gelernte Köche, drei davon sind Küchenmeister. Wir sind mittlerweile eine Kapazität hier am Homburger Markt. Wir werden zweimal täglich mit frischem Fisch beliefert. Wir achten sehr genau auf Qualität und Frische unserer Produkte. Unsere Pizza wird nach italienischer Tradition zubereitet, Fleischgerichte auf dem Holzkohlengrill. Dazu frische Beilagen, kein Gedöns, keine Kroketten, keine frittierten Sachen. Wir brauchen hochwertige Beilagen. Frisch gegrilltes Gemüse, also mediterrane und gesunde Beilagen. Weil auch das gesunde und gute Essen ein wesentlicher Bestandteil der mediterranen Küche ist. Da das Oh!lio diese Kompetenz der kompletten italienische Küche abdeckt, haben wir uns gedacht, es gibt auch Bedarf für einen kleineren Ort des Genusses mit einer hochwertigen Qualität, der sich von anderen sehr stark unterscheidet!“

Das passende Glas zu jedem Wein

Die Weine servieren sie im „Vin!oh“ in den besten Gläsern unterschiedlicher Produzenten. Auch dadurch erreichen sie hier eine Geschmackssteigerung. Die Gläser sind mundgeblasen, sehr leicht und sehr dünn. Dadurch schmiegt sich das Glas ganz eng an die Zunge. Glas, Wein und Zunge werden eins. In Tests mit bekannten Sommeliers wurde schon häufig festgestellt, dass es sehr wesentlich ist, wie und wo der Wein die Zunge erreicht. Das kann den Geschmack sehr verändern. Also, zum festlichen Essen steht das Angebot im „Oh!lio“, auf ein gutes Glas Wein mit Antipastiteller oder hausgemachten Spaghetti bei einem guten Glas Wein – dafür steht das „Vin!oh“.

In einigen Monaten soll noch ein drittes Haus eröffnet werden, mit asiatischen Genüssen. Ein abwechslungsreiches Angebot mit den Aromen der Welt ist die Zielsetzung. Doch so weit sind sie noch nicht…

Das „Vin!oh“ hat schon nach wenigen Wochen viele Gäste gefunden. Viele kommen, wollen eine Kleinigkeit essen und einen guten Wein genießen. Ich schaue mich um und finde diesen Eindruck bestätigt. Vorne rechts am Fenster sitzen zwei Damen bei einer Portion Spaghetti. Weiter hinten eine Gruppe junger Menschen, die viel zu reden haben und sehr unterschiedlich bestellen. Sie genießen etwa Osso buco, sous-vide gegart und trinken unterschiedliche Weine. Etwas weiter hinten zwei Herren, die ein Glas Wein vor sich stehen haben. Ich erfreute mich an den Spaghetti mit dieser herrlichen Sauce und einem schönen Roten zu einem sehr vernünftigen Preis.

Sehr verschiedene Besucher kommen hierher, es ist sicherlich kein Schickimickiplatz für elitäre Weintrinker. Eher ein Haus, das sehr unterschiedliche Angebote bereitstellt für den überzeugten Weinfreak, aber auch für Menschen, die hier in Ruhe verweilen wollen bei einem guten Gespräch.

Das Augenmerk liegt auf der Qualität aller Produkte

Zum Ende meines Besuchs präsentiert mir Giuseppe Nardi noch ein kleines Holzfässchen auf der Theke. Er erzählt mir: „Ein Geschenk eines sehr guten Freundes. Eine Essigmutter, 30 Jahre alt. Das Fässchen wird auch nur mit dreißig Jahre altem Essig nachgefüllt, sodass die Qualität immer gleich bleibt. Auch der Essig ist ein anschauliches Produkt, wie man oft von Discountprodukten, deren Geschmäcker verfälscht sind, einen falschen Eindruck bekommen kann. Ein echter, alter Essig hat nichts mit Zucker aufgefüllten, sirupartigen Dingen zu tun. Ein alter Balsamico schmeckt so…“. Dann lässt er mich probieren, und ich fühl mich dem Paradies schon ein Stück näher…

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