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Was man nicht weiß, ist kein Gespräch wert…

Nicht nur in Völklingen gibt es unterschiedliche Auffassungen über die geplante Fischzuchtanlage. Dabei sind die Meinungen sehr ambivalent, die Argumentationen von sachlich fundiert bis zu abenteuerlich. Für alle Feinschmecker bleibt allerdings eine Fragestellung übrig:

„Müssen wir uns nicht bei leergefischten Weltmeeren und Fischen, die fragwürdige Transportwege hinter sich haben, der Aufgabe stellen, für die Zukunft schmackhafte, ökologisch intelligentere und wirtschaftlich erfolgreiche Konzepte überlegen?“

Auf der Internetseite www.abenteuerwissen.zdf.de und auf der Seite www.kloecknervision.eu lesen wir:

„Was im internationalen Bereich versucht wird, ist auch in Deutschland Gegenstand von Forschungen: Die Produktion von umweltgerechten und kostengünstigen Meerestieren. Einige der Projekte erscheinen auf den ersten Blick etwas skurril, bei näherem Hinsehen entpuppen sie sich jedoch als durchaus viel versprechend…“

Ein gänzlich anderes Projekt entsteht zurzeit im saarländischen Völklingen. Während Bela Buck weit weg von menschlicher Zivilisation Muscheln züchten möchte, planen die Stadtwerke Völklingens mit der Firma „International Fish Farming Technologie (IFFT)“ die Errichtung einer Zuchtanlage für Meeresfische.

Für 15 Millionen Euro entstehen in der früheren Kokerei Fürstenhausen fünf unabhängige Anlagen für Edelfische wie Wolfsbarsch (Loup de Mer), Goldbrasse (Dorade) und Red Snapper.

Zielgruppe sind die umliegenden Gourmet-Restaurants im Saarland und Frankreich. Das Besondere: In Völklingen entsteht die, laut Hersteller, „größte geschlossene Aquakultur-Kreislaufanlage der Welt“.

Sie ist gekoppelt mit einer Biogasanlage, in der die organischen Abfälle zu Wärme und Energie umgewandelt werden. Das so gereinigte Wasser fließt zurück in die Zuchtbecken, der Kreislauf ist geschlossen. Mit dieser Technik sollen die üblichen Probleme der Fischzucht vermieden werden. Es drohen keine Krankheiten oder Parasiten, die behandelt werden müssten und der anfallende Abfall hält sich in Grenzen. Ab 2009 soll der Betrieb laufen, und erst dann wird sich zeigen, ob es mehr ist als eine verrückte Idee, hunderte Kilometer von der Küste entfernt Seefisch zu züchten.

Was mir an dieser Argumentation gefällt, sie ist im Ergebnis offen und weiß jetzt nicht schon, was keiner eigentlich wissen kann. Zu oft hörte ich in den heißen Wochen des Kommunalwahlkampfs Stimmen, die die Ahnungslosigkeit derer teilten, die bei der ersten Eisenbahnfahrt zwischen Nürnberg und Fürth behaupteten, dass die Menschen bei über 30 km Geschwindigkeit bewusstlos werden. Andere Ahnungslose behaupteten, dass der tägliche Fernsehkonsum von über 2 Stunden blind mache. Mag sein, aber nicht an den Augen.

Gesundheitsapostel mussten in den letzten Jahren zugeben, dass Kaffee, Schokolade und Wein gesund sind, während das Gesundheitsprinzip von fünf kleine Mahlzeiten am Tag, etwa im Abstand von zwei Stunden, die Bauchspeicheldrüse in Dauerstress versetzt. Also nicht so gesund ist, wie viele magersüchtige Expertinnen glauben.

Wie meint Udo Pollmer dazu: „ Esst endlich normal“.

Deshalb wird regioGuide folgendes angehen:

Ob die Fischzuchtanlage wirtschaftlich sein wird, weiß man noch nicht.
Niemand kann das zurzeit wissen.

Ob alle umweltspezifischen Aufgabenstellungen so gelöst werden, wie die Betreiber sich das vorstellen, weiß man auch nicht.
Niemand kann das zurzeit wissen.

Ob die Fische aus der Anlage aber schmecken, das kann man testen. Es gibt nämlich schon eine kleine Versuchsanlage in der Nähe von Hannover.

Also wird regioGuide sich von dort Fische besorgen, einige Köche, Partner und Journalisten einladen und uns die Fische von Profis zubereiten lassen. Danach werden wir Ihnen die Meinungen der Teilnehmer veröffentlichen.

Dann wissen wir, zumindest in einem Punkt Bescheid: Genuss grenzenlos oder einfach nur geschmacklos.

 
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