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Gourmettipps von Rolf Klöckner - August 2009

Es ist Sommer, es schmeckt… Sie sind im Saarland

Nach dem Krieg gab es endlich wieder etwas zu essen. Eine Fresswelle erfasste die Bundesrepublik. Ins Saarland wurde so manches geschmuggelt, denn das Saarland war ja bis zum 1.1.1957 eigenständig. Doch völlig gleich, ob im Saarland oder in der Bundesrepublik, die Leute wollten ihr Überleben feiern. Vorbei die Zeiten, als man sich stundenlang auf den Bauch legte, da dieser tagelang Hunger litt, um die Schmerzen zu lindern. Oder zumindest, um die Illusion zu haben, dass der Schmerz nachließ. Man wollte wieder mal richtig prassen.

Bis heute lieben es die Deutschen große Mengen zu essen. Die Franzosen essen viel distinguierter, viel feiner. Glücksgefühle stellten sich nach dem Kriege erst ein, wenn einem schlecht wurde. Essen bis zum Anschlag. Hähnchen mit Pommes frites, heute bleibt die Küche kalt, wir gehen in den Wiener Wald!

Ich erinnere mich noch, Anfang der 60er Jahre, sonntägliche Besuche bei Tante Lehne in Alt-Saarbrücken oder Onkel Kurt in Schwalbach. Ich kann bis heute keinen Frankfurter Kranz essen, da die Familie mich jeden Sonntag mit diesem buttrigen, fettigen Zeug stopfte. Bei Tante Lehne wurden richtige Fressorgien gefeiert. Es gab immer fette Saucen, Mayonnaise zu allem, Kalbsbraten, Schweinebraten, Rinderbraten, Kartoffeln, Nudeln, Reis, Blumenkohl, Bohnen, Erbsen und Möhrchen. Es konnte nie genug geben. Kaum war das Mittagessen zu Ende, wurden unzählige Kuchen präsentiert, Schlagsahne bis zum Abwinken. Abends dann die kalten Platten. Mit Leberwurst verschmierte Kindergesichter lagen träge in der Ecke. Die Alten tranken Bowle und aßen weiter. Unerträglich!

In dieser Zeit, der Krieg war ja mittlerweile schon fünfzehn Jahre vorbei, machten sich die Deutschen auf, um das Ausland kennen zu lernen. Österreich, Frankreich, Italien und Spanien waren die Ziele. Rimini und Playa de Aro, Fréjus und der Wolfgangsee waren beliebte Reiseziele. Dort lernten viele Deutsche ein anderes Verständnis von essen kennen. Die, die weiterhin auf große Mengen setzten, blieben in der österreichischen Küche hängen. Die, die zum Mittelmeer fuhren, lernten neue Sachen. Immer wieder wird im Fernsehen ein Rückblick gezeigt, in der ein deutscher Tourist die Spaghettis beim Essen mit einer Schere abschneidet. Unbekannte italienische Küche!

Doch gerade die Saarländer haben sich in dieser Zeit eine Menge angeeignet. Schnecken wurden dann zuhause nachgekocht, Froschschenkel und Schildkrötensuppe. Diese ist mittlerweile verpönt. Doch damals probierten sie alles aus, was sie vorgesetzt bekamen. Gourmet oder Gourmand, Julius lässt grüßen! Die französische Grenzregion lernte vom kulinarisch gebildeten Nachbarn, viele italienische Arbeitskräfte kamen ins Saarland, Sommerurlaub im saarländischen Anton-Götten-Distrikt an der Costa Brava. Die jungen Leute sahen viel Neues, die Alten blieben auf ihren so geliebten Schweinebraten mit Salzkartoffeln und Gartengemüse sitzen.

Das war die Vorgeschichte für die NEUE DEUTSCHE KÜCHE, die dann in den 70er Jahren entstand. Witzigmann bekam als erster 3 Sterne, im Saarland wurde auch gekocht, dass es sich über die Grenzen hinweg rumsprach.

Heute kommen die Besten des Landes aus dem Saarland.

Hinter Christian Bau, Klaus Erfort und Alexander Kunz stehen einige andere auch schon für weitere Ehrungen parat, die Dichte an guten Köchen im Land ist bemerkenswert. Man kann nämlich nicht nur wie Gott in Frankreich leben - Gott ist auch im Saarland permanent anwesend. Ich habe in dieser Serie versucht zu erklären, warum dies so ist. Es mag ja stimmen, dass wir politisch ein Aufsteigerland sind, kulinarisch sind wir lange schon unschlagbar - 2008 ist es endlich dokumentiert. Wenn Sie jetzt, wie viele Feinschmecker, die Region so definieren, wie ich es tun, werden Sie Genuss grenzenlos erleben. Denn nirgendwo werden Sie in einer Region wie SAARLORLUXPLUS, solch ein kulinarisches Glück finden. Eingebettet in die besten Weinbaugebiete, erleben sie hier unvergleichbare Genussmomente. Dazu erkunden Sie abwechslungsreiche Landschaften und lernen Menschen kennen, die Ihnen ihre Heimat vorstellen werden und mit denen Sie sofort ins Gespräch kommen.

Viel Spaß bei GENUSS GRENZENLOS
wünscht Ihnen

Rolf Klöckner

 
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