Die große, italiensche Küche
Die Küche in Italien ist genial und einfach
zugleich. Die Bauern des Südens sind nicht reich und
die Fischer verkaufen den wertvollen Fang, um sich selbst
mit weniger edlen Produkten herzhafte Gerichte zuzubereiten.
Doch dies ist genau das Geheimnis der großen,
italienischen Küche: mit viel Kreativität und den
Produkten, die der Garten so hergibt, werden phantasievolle
Kreationen gezaubert.
In Kalabrien werden die Menschen in der Regel sehr alt.
Dies liegt nicht nur daran, dass sie Rotwein trinken, nein,
auch ihre Lebensmittel sind sehr gesund: Olivenöl,
Knoblauch, Peperoncini, viel Fisch, vor allem Schwert- und
Thunfisch, das sind die Bausteine für ein kulinarisch
glückliches Leben.
Auch die Gemüse kommen fast täglich auf den
Tisch: Artischocken, wilder Spargel, Sellerie, Fenchel,
Cipolluzze (wilde Zwiebel), Paprika, Auberginen und,
selbstverständlich in jeder Zubereitungsart, Tomaten.
Doch auch ein Fleischragout, vor allem aus Ziegen,
Hühner oder Schweinen schmort auf dem Ofen in Ruhe vor
sich hin. Zitrusfrüchte, Bergamotten oder Apfelsinen
sind die Voraussetzungen für himmlische Desserts. Auch
die Cedri – Zedernfrüchte - bilden die Grundlage
nicht nur für geschmackvolle Eiskreationen. Die
getrockenen Feigen und Torrone, ein Konfekt aus Mandeln und
Honig, werden nicht nur zum Espresso gereicht, nein, sie
erinnern auch daran, dass Nordafrika vor der Haustür
liegt.
Zum Nachkochen bieten wir Ihnen zwei Rezepte an.
Saltimbocca von
der Jakobsmuschel mit gerührter Polenta für 4
Personen
von Boris Jacopini (Restaurant Villa Medici
in Neunkirchen)
Zutaten:
je nach Bedarf pro Person 2-3 Jakobsmuscheln
pro Jakobsmuschel eine dünne Scheibe Parmaschinken (am
besten vom Metzger hauchdünn schneiden lassen)
Salbeiblätter und grober Pfeffer aus der Mühle
für die Polenta:
1 große Zwiebel in feine Würfel geschnitten
1 Kaffeetasse feines Polentamehl
1 Liter selbstgemachte (am besten) Hühner oder
Gemüsebrühe
feingehackte Kräuter (Thymian, Rosmarin und
Blattpetersilie)
50g Butter
50g geriebener Parmesankäse
Salz
Olivenöl zum anbraten
100ml Sahne zum verfeinern
200ml Weißwein zum ablöschen
Zubereitung:
Als erstes die Jakobsmuscheln mit einem Salbeiblatt belegen
mit Pfeffer würzen und jeweils in eine Scheibe
Parmaschinken einwickeln. Auf einem Teller mit
Frischhaltefolie abgedeckt im Kühlschrank lagern.
In einem Topf die Zwiebeln mit Olivenöl glasig
anschwitzen, Knoblauch und Polentamehl hinzugeben, kurz
umrühren und mit 200ml Weißwein ablöschen.
Wenn der Wein verdampft ist, nach und nach die Brühe
(Gemüse -oder Hühnerbrühe) einrühren und
ca. eine halbe Stunde uunter ständigem Rühren bei
kleiner Hitze zu Ende garen.
Den Parmesan, die Buttter, Sahne und feingehackte
Kräuter unterheben. Die fertige Polenta ist jetzt nur
noch warmzuhalten (z. B. im vorgeheizten Backofen bei 150
Grad).
Die vorbereiteten Jakobsmuscheln in einer beschichteten
Pfanne mit etwas Olivenöl rundherum goldbraun anbraten.
Auf dem Tranchierbrett ca. 3-4 Minuten ruhen lassen.
In der Zwischenzeit die Polenta in die Mitte der
vorgewärmten Teller anrichten, die Jakobsnmuschel in
der Mitte aufschneiden und nach Belieben auf der Polenta
platzieren. Mit frischen Kräutern ihrer Wahl, z.
B.Basilikum ausgarnieren. Viel Spaß beim Ausprobieren!
Jakobsmuscheln mit
Edelpilzen und altem Balsamico
von Franco Chierra
Zutaten:
500g Jakobsmuscheln
100g Steinpilze
100g Kräutersaitlinge
20g getrockene Morcheln
2 Fleischtomaten, entkernt und enthäutet
Basilikum
4 kleine Thymianzweige
zwei gewürfelte Schalotten
Olivenöl, Salz, Pfeffer
und alter Balsamico (10 Jahre)
1Glas Weißwein
Zubereitung:
Edelpilze, Tomaten, Knoblauch und Schalotten, Thymian,
Basilikum in eine Backform auslegen, Jakobsmuscheln dazu
legen, salzen und pfeffern. Mit Olivenöl reichlich
übergießen und alles vermischen, mit dem
Weißwein auffüllen. Im vorgeheizten Backofen bei
220 Grad 10 Minuten garen. Die Backform herausnehmen, mit 2
cl altem Balsamico ablöschen. Den Backofen auf 180 Grad
erhitzen und die Jakobsmuscheln nochmals fünf Minuten
ziehen lassen.
Auf dem Teller anrichten und mit etwas altem Balsamico
beträufeln.
So einfach kann großes Kochen sein.
Übrigens:
Das italienische Spezialitätenrestaurant Casa de
Masi bekommt in der Nachbarschaft eigene Konkurrenz. Die
Familie de Masi hat nämlich den Gersweiler Bahnhof
erworben und wird diesen nach gründlicher Renovierung
mit einem ganz besonders interessanten Gastronomiekonzept
neu eröffnen. Espresso-Bar, Nudel-Factory,
Weinlädchen und Restaurant werden Sie im Bahnhof finden
können. Der Küchenchef im neuen Haus wird kein
geringerer als Franco Chierra sein.
Eröffnungstermin: Ende März.
Weitere Infos finden Sie hier zu einem späteren
Zeitpunkt. |