Die Welt zu Gast im Saarland
Deutschlands erster Jahrhundertkoch, Eckart Witzigmann,
nennt seinen Kochstil Cross-over. Dies bedeutet, aus allen
Teilen dieses Planeten die interessantesten
Zubereitungsformen zu übernehmen. Die Rezepturen der
Kontinente verschmelzen, der Genuss und die Gesundheit
profitieren von dieser Weiterentwicklung.
Die
saarländische Küche ist ein Schmelztiegel aus
vielen Gegenden, aus unterschiedlichen Zutaten und
Grundlagen. Das Saarland hat seine kulinarischen Wurzeln
(auch) bei seinen Nachbarn. Die saarländische
Küche ist eine Küche des Gartens, die
unterschiedlichen Kartoffelgerichte sind dafür der
eindeutige Beweis. Die Pfalz, mit bayrischer Tradition,
steht für Schweinebraten und Klöße, für
Saumagen und Schlachtplatte. Aus dem Elsass bekam die
saarländische Küche Eisbein und Sauerkraut,
Würste und Pasteten. Die Specktorte, der Flammkuchen
und das Spanferkel stammen aus Lothringen. Schwenk- und
Spießbraten sind traditionelle Spezialitäten aus
dem Hunsrück. Selbst von Mosel und Rhein stammen
Suppen, Sauerbraten und Fischrezepte.

Auch heute noch
werden Spezialitäten aus anderen Teilen der Welt
integriert. Wir freuen uns über die Fischzubereitungen
aus Norddeutschland, wie im Fässchen in Neunkirchen.
Wir testen aber auch die Küchen aus Spanien,
Griechenland und der Türkei. Ostasien ist stark
vertreten, nicht nur Sushis sind zur Speisekarte
hinzugekommen. In Afroshops kaufe ich exotische
Gewürze, in Saarbrücken gibt es seit kurzem sogar
ein afrikanisches Restaurant am Nanteser Platz.
Südamerika ist schon lange vertreten, mexikanische
Spezialitäten werden seit Jahrzehnten angeboten.
Welche saarländische Familie kocht nicht ihr eigenes
Spaghetti- oder Lasagnerezept? Die Linsensuppe wird hier
auch schon mal mit Koriander und Zitronengrass gereicht. Den
Saarländerinnen und Saarländer ist die Freude am
Kochen angeboren, das Spielen mit Gewürzen zum
Volkssport gereift. Cross-over wurde nämlich im
Saarland erfunden. |