Die Renaissance der kulinarischen Regionalität
Mehr Auszeichnungen für die heimische Gastronomie,
große Anerkennung der regionalen Weine, mehr
Produzenten mit weltweiter Nachfrage – eine Bilanz der
regionalen Genusskünstler.
Ich war viel unterwegs, habe mich im Land umgesehen und
gestaunt. Unser Land ist schöner geworden, auch
grüner. Bäume, die die Kommunen vor 30 Jahren als
unterentwickelte Kleinpflanzen in den Boden gesteckt haben,
sind groß geworden. Bäche wurden renaturiert und
Auen sind wiederauferstanden. Zurück zur Natur. Das
Land ist deutlich ansehnlicher, als vor ein paar
Jahrzehnten. Rad- und Wanderwege schmücken das Land,
nicht nur im Kreis Merzig-Wadern gab es Auszeichnungen. Das
Saarland ist angesagt, der gute Geschmack hat hier seine
Heimat.
Gar nicht überrascht war ich, dass unser Land nun
endlich zum Feinschmecker-Paradies geworden ist –
jedenfalls in den Bewertungen der Gastroführer.
Interessant dabei: wer im regioGuide ausgezeichnet wurde,
wird auch ein, zwei Jahre später in den bundesdeutschen
Führern ausgezeichnet.
Zwei Dreisterner von neun in der gesamten Republik, eines
von fünf Bundesländer, welches sich von schreiben
darf! Wenn wir es dann auf Anzahl der Menschen und der
Größe umrechnen, dann kann man zum
Genießen vielleicht mit dem TGV noch nach
Paris fahren, alles andere hat für
saarlandverwöhnte Gourmets nicht viel zu bieten. Was
unterscheidet das Saarland von Hamburg, Düsseldorf,
Berlin oder Frankfurt? Im Saarland gibt es viel höher
ausgezeichnetes Essen, von ausgezeichneten Menschen mit
kunsthandwerklichen Fähigkeiten hergestellt. Und
Saarland bedeutet für mich immer SAARLORLUX.
Metzger Gangloff aus Mackwiller bei
Sarre-Union macht die besten Pasteten, nicht nur
Frankreichs. Chocolatier Frank Kestner ist
Weltmeister seiner Zunft, in Saargemünd in der Zone
Gutenberg finden Sie sein Atelier. Pauli
Michels in Weiskirchen macht den besten Kaffee in
Deutschland. Ihn finden Sie in Weiskirchen. Cuisine
Philipp und unsere „Friesengeister“ vom
Neunkircher Fässchen begeisterten die
Gäste bei der „ Voile d`argent“ von
Background in den Messehallen.
In
diesen renommierten Restaurants wird oft deutscher Wein
bestellt, auch das hat sich geändert. Wo kommen die
besten deutschen Winzer nun her? Von Mosel und Saar
natürlich. Egon Müller,
Van Volxem,
Heymann-Löwenstein sind Namen, die in
der Weinwelt einen Klang haben wie die großen
Bordeauxgüter oder die Chapoutiers von
der Rhône. Beim regioGuide-Feinschmecker-Menu im Hause
von Sigrun Essenpreis und Thomas A.
Nickels, im Archipenko, konnten wir es feststellen.
Die Kunst des kulinarischen Genusses hatte bisher
überwiegend französische Akzente, und dazu
gehörten nicht nur Kalbsbries und Foie gras, sondern
auch französische Kreszenzen. Das war gestern. Die
Entwicklung vom Bier- zum Weinkonsum war auch 2007 nicht
aufzuhalten. Es war also auch ein Jahr des nationalen
Triumphes für die deutsche Gastronomie.
Welche Wertschätzungen Feinschmecker der
Genusskultur inzwischen entgegen bringen, bezeugten die
immer zahlreicher werdenden
Genuss-Märkte unserer Region, wie der
St. Arnualer Gourmetmarkt am 17. und 18.
Mai auf dem „Daarler Marktplatz“ oder der
Entenmarkt in Phalsbourg am 6., 7. sowie
13. und 14. Dezember in der pittoresken Stadt an der
elsässisch-lothringischen Grenze. Da kommen regionale
Winzer, Bäcker, Pastetenhersteller, Käser,
Schnapsbrenner, Imker, Chocolatiers und andere zusammen und
bieten ihre handgemachten Produkte an.
Einer hat sich in
den letzten Monaten richtig Mühe gemacht:
Thierry Breininger. Der
außergewöhnliche Koch aus der Stadt, wo Saar und
Blies sich vereinigen, hat wiedermal die Nase vorn. Das
altehrwürdige Restaurant Le vieux moulin, indem sein
Vater die Geschäftsleute mit bodenständiger
Küche und einer unschlagbaren Weinkarte verwöhnte,
gibt es nicht mehr. Das ganze Haus wurde gründlich
renoviert, neue Möbel angeschafft, ordentlich
durchgelüftet und mit hellen Farben die Gastronomie der
Zukunft eröffnet. Die Kellner tragen legere Kleidung,
die Preise sind der Zeit angepasst. Dieses Haus ist
aufgebrochen eine neue Gastronomie zu verwirklichen,
ähnlich, wie Eric Westermann in Strasbourg dies vor
zwei Jahren auf den Weg gebracht hat. Ich finde diese
Konzeption toll, befreit sie, vor allem vielen junge
Menschen, vom Muff der Vergangenheit. Denn, wenn die Kellner
in Jeans arbeiten, dürfen die Gäste auch im
genussvoll-bequemen Outfit ins Lokal kommen. Ein
Thierry-Sorglos-Paket, Menu und begleitende Weine, kann ab
45 Euro geordert werden. Thierry Breininger kocht immer
innovativ und kreativ, leicht und geschmackvoll. Sein ganzes
Konzept ist jetzt schlüssig. Auch für seine
beiden anderen Läden in Saargemünd ist die
Küche des petit Thierry verantwortlich. So werden von
morgens bis abends Kuchen gebacken, die
Feinkostspezialitäten hier zubereitet.
Aber noch ist nicht alles Gold, was glänzt.
Aromakompetenz ist noch ein Thema, dass sie endlich auf den
Stundenplan setzen sollten. Fad, inkompetent und langweilig
ist zu oft normal. So, wie das regionale Fernsehprogramm mit
kulinarischen Themen die Seele der Feinschmecker
brüskiert. Dort läuft zurzeit der kulinarische
Offenbarungseid. Schade, dass die Entscheidungsträger
solcher Sendungen eine zielsichere Hand haben, um jene
Fadheit zu erreichen, die der Konsument von Tomaten
mit nichts sagendem Mozzarella oder
Rote-Beete-Salat mit Brunnenkresse gewohnt
ist.
Positiver eine Aktion, die es in Deutschland so noch
nirgendwo gab:
www.voelklingen-lebt-gesund.de. Eine Stadt
will ihre Bürger motivieren sich mehr um das eigene
Wohlbefinden zu kümmern. Die Bürger sollen
angeregt werden, sich im richtigen Rahmen zu bewegen und zu
ernähren. Und vieles mehr. Davon das nächste Mal
ausführlich.

Der umtriebige Oberbürgermeister Klaus Lorig will
Völklingen nach vorne bringen. Rolf Klöckner
unterstützt Völklingen bei dem wegweisenden
Projekt Völklingen lebt gesund.

Der Direktor der Völklinger VHS, Karl-Heinz
Schäffner, fällt schon seit Jahren durch
innovative Projekte auf. Jetzt organisiert er www.voelklingen-lebt-gesund.de |