Die Weine des Saarlandes, dem kleinsten der Flächenbundesländer, kommen nicht wie vermutet
von der Saar, sondern von der Mosel. Dieser noch sehr oft zu vernehmende Irrglaube leitet sich wohl daraus ab, daß
die Weinberge der Obermosel automatisch Rheinland-Pfalz zugeordnet werden. Der Gebietsname Mosel-Saar-Ruwer, der die
Rebflächen der beiden Bundesländer einnimmt, unterteilt sich wiederum in Bereiche, wobei die saarländische
Mosel als Moseltor deklariert wurde. Ein treffender Name, falls man den Weinbau unter nationalstaatlichen Gesichtspunkten
betrachtet. Die Mosel, die südwestlich von Perl erstmals saarländischen Boden „betritt“, teilt nun
als natürliche Grenze die Weinberge des Saarlandes und des Großherzogtums Luxemburg. Dies setzt sich auf
rheinland-pfälzischer Seite fort bis die Mosel die Tore der alten Römermetropole Trier erreicht. Mit Fug und
Recht kann man Trier, das im Laufe der Geschichte den Weinbau der Obermosel entscheidend mitgeprägt hat, als Hauptstadt
des Anbaugebietes Saar-Mosel-Ruwer bezeichnen.
Die
saarländischen Weinberge, die sich über eine Länge von ca. 10 Km erstrecken, liegen ausschließlich auf
dem Gebiet der Großgemeinde Perl mit ihren Ortsteilen Oberperl, Sehndorf und dem etwas nördlicheren Nennig.
Ungefähr 130 Hektar Rebflächen verteilen sich auf den nicht allzu steil ansteigenden Hügeln links der Mosel.
Bedingt durch die Breite des Moseltales, vermißt man hier imposante Steillagen wie an Mittelmosel und Saar. Dieser
„Mangel“, falls es einer überhaupt ist, wird durch die vorherrschenden Muschelkalk- und Keuperböden
wieder ausgeglichen, die Anpflanzungen der verschiedensten Rebsorten erlauben. Im Gegensatz zum restlichen
Mosel-Saar-Ruwer-Gebiet, wo der Riesling fast in Monokultur gedeiht, trifft man an der Obermosel alle Burgundersorten an.
Eine besondere Stellung, ja fast Kultstatus, kommt dem Elbling zu. Diese an der Obermosel noch häufig vorkommende Rebe
verdeutlicht am Besten die über 2000jährige Weinbaukultur der Region.
Heute verfügt das Weinland an der Obermosel über die sechs Einzellagen Perler St. Quirinusberg, Perler Hasenberg,
Nenniger Schloßberg, Nenniger Römerberg, Sehndorfer Marienberg und Sehndorfer Klosterberg, die in der
Großlage Schloß Bübinger integriert sind.
Im Laufe der Jahre steigerten die Winzer Qualität und Menge ihrer Produkte, da die zur Verfügung stehenden
Rebflächen auf 130 Hektar angewachsen waren. Neue Produkte wie Winzersekte und Edelbrände verdeutlichen das
Selbstbewußtsein der saarländischen Weingüter. Der Anbau weißer und roter Burgundersorten sowie die
Renaissance des Elblings, der nur von einem kleinen Liebhaberkreis geschätzt wurde, stehen stellvertretend für
den heutigen Erfolg des Weinbaus an der Obermosel. |