Der Weinbau im Landkreis Trier Ist geprägt durch das Zusammenspiel dreier Flüsse, der Mosel,
der Saar mit ihrem kurvigen Unterlauf und der Ruwer, deren Zentrum Trier ist. Die drei Flüsse geben dem gesamten
Weinanbaugebiet, dass sich bis vor die Tore von Koblenz erstreckt, seinen Namen: Mosel-Saar-Ruwer.
Die Geschichte des Weinbaus in dieser Region begann vor weit über 2000 Jahren, geprägt durch die dort
ansässigen Kelten (Treverer), den Römern und später durch die Kirche. Erst seit knapp 150 Jahren hat sich
der privatwirtschaftliche Anbau durch Klein- und Familienbetriebe sowie großer Handelhäuser entwickelt, welchem
wir heute quantitativ und vor allem qualitativ hervorragende Weine verdanken.
Der Weinanbau kann als zweigeteilt angesehen werden. In den flachen Uferpassagen, besonders an der Obermosel bis in den
Bereich Trier, werden hohe Quantitäten aus den Reblagen erwirtschaftet. Dies führte jahrelang zu großen
Reputationsproblemen für den Mosel-Saar-Ruwer-Wein. Zu hohe Erträge mit massentauglichen Rebsorten gebaren Weine,
die den Namen nicht verdienten. Mittlerweile hat sich diese Situation, beginnend in den 80er Jahren des letzten
Jahrhunderts, deutlich gebessert, obwohl unter den Namen der Großlagen weiterhin solche Getränke angeboten
werden. Vor allem die modernen Vinifikationsmethoden und neueste Erkenntnisse der Rebpflege erlauben es nun
größere Mengen pro Ha von ordentlicher bis guter Qualität zu gewinnen. Eine besondere Stellung und
Ausnahme kann man dem weiterhin zurückgehenden Elbling bescheinigen, wahrscheinlich die älteste Rebsorte der
Region. Diese „kleinen“ Weine können durchaus als angenehme Schoppenweine deklariert werden.

Das große Renommee der Weine an Mosel, Saar und Ruwer verdanken alle Weinfreunde und Genießer einzig einem
Namen: dem Riesling! Für viele Kenner und Weinliebhaber ist es wohl die feinste und nuancierteste, weiße Rebsorte
der Welt. Die Qualität dieser Weine ist oftmals so außergewöhnlich, dass man sie kaum mit Worten beschreiben
kann. Sicherlich reicht es nicht aus den Riesling einfach nur anzubauen. Die wichtigen Qualitätsfaktoren sind das Klima
in den engen Flusstälern, die wärmespeichernden Schieferböden und die berühmten, aber arbeitsintensiven
Steillagen, die eine optimale Sonneneinstrahlung in dieser doch sehr nördlichen Weinbauregion gewährleisten.
Beginnend an der Saar finden sich die Spitzenlagen wie Kanzemer Altenberg, Ayler Kupp, Ockfener Bockstein und die
„Superlage“ in Wiltingen, der Scharzhofberger. Die Rieslinge aus den Ruwergemeinden Kasel, Mertesdorf und
Eitelsbach stehen ihren Verwandten von der Saar keineswegs nach. Der Unterschied liegt in ihrer ausgeprägten Frucht
und Würzigkeit gegenüber den eher „stahligen“ Saarrieslingen. Die Weine, hier besonders wiederum der
Riesling, die man von Schweich bis Klüsserath und Leiwen vinifiziert, bringen den bekannten und etwas kräftigeren
Moselwein zu tage.
Seit einigen Jahren werden in der Region Trier-Saarburg neue Rebsorten, vor allem Rotwein, angebaut. Einige Kreszenzen,
von Weingut zu Weitgut äußert unterschiedlich, können überzeugen, die Frage sei erlaubt, ob man sich
in dieser traditionsreichen Weißweinregion nicht weiterhin an den großen Klassikern orientieren sollte. Einen
Überblick über diese vielfältigen Weine, die einzelnen Weinbauorte oder Lagen sollte man sich auf lokalen
und regionalen Weinveranstaltungen machen. Eine gute Lösung ist ein kleiner Ferienaufenthalt in einem der zahlreichen
Weingüter mit angeschlossenen Gästehäusern. Eintauchen in die Welt einer Weinbauregion kann somit nur vor
Ort geschehen.
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