Mediterrane Barkultur

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Mediterrane Barkultur

Mit ihrem Restaurant „Kouzina“ haben die Brüder Messiakarias einen Volltreffer gelandet. Liebhaber der griechischen Küche sind hier Stammgäste. Seit Anfang Dezember ziehen viele von ihnen nach dem Essen noch weiter, um den Abend abzurunden. Nebenan, in die „Kouzina Bar“.

 Die Inhaber Konstantinos und Charalampos Messiakaris setzen auf eine herzliche Atmosphäre.-Foto:D.G.


Die Inhaber Konstantinos und Charalampos Messiakaris setzen auf eine herzliche Atmosphäre.-Foto:D.G.

Im historischen Gewölbekeller in den Saarlouiser Kasematten gab es in der Hausnummer 30 vor ein paar Wochen eine Neueröffnung. Die Brüder Konstantinos und Charalampos Messiakarias, von ihren Gästen liebevoll Dinos und Babi genannt, eröffneten neben ihrem griechischen Spezialitätenrestaurant jetzt noch eine Weinbar. Im Sommer 2013 stellte ich ihr Haus im FORUM vor. Die griechische Variante der Tapas-Kultur ist ihr Ding. Dinos Messiakaris: „Wir sind in Saarlouis seit 1999. Angefangen haben wir in einem Restaurant mit ganz normaler griechischer Küche. Im Februar 2012 haben wir dann das ‚Kouzina‘ eröffnet – mit neuen Ideen. Unserer Meinung nach ist diese Küche die authentischere. Es ist nun mal typisch in Griechenland, sich mit Freunden ein Essen zu teilen. Mit vielen Leuten am Tisch zu sitzen, auf dem viele Kleinigkeiten stehen. Mezedes bedeutet halt Appetithäppchen, und so kann man sehr abwechslungsreich essen. Es ist ein sehr kommunikatives Essen.“ Damit waren die beiden bisher sehr erfolgreich, oft mussten sie – gerade am Wochenende – Gäste wegschicken: alles ausgebucht. Deshalb verhandelten die Brüder mit der Stadt Saarlouis, um einen weiteren Gewölbekeller in den Kasematten anzumieten. Und zwar genau jenen, der neben ihrem Restaurant liegt. Das hat geklappt, und Anfang Dezember war nun Eröffnung. „Mit dieser Bar haben wir uns einen Traum erfüllt und ein Stück mediterrane Barkultur zu uns nach Saarlouis gebracht“, schwärmen die Brüder.

 Zur Eröffnung gab‘s auch leckere Meeresfrüchte.-Foto:D.G.


Zur Eröffnung gab‘s auch leckere Meeresfrüchte.-Foto:D.G.

Die Grundidee dahinter ist folgende: erlesene Zutaten wie hausgemachte Infusionen (ein Verfahren, bei dem aromatische Substanzen wie Kräuter und Gewürze in Alkohol eingelegt und destilliert werden, Anm. d. Red.), Maracuja-Espuma, Hibiskusblüten, aber auch ausgewählte Champagner werden für die sorgfältig zubereiteten Cocktails und Longdrinks verwendet. Dies alles in guter, alter Bartradition. Dazu werden natürlich auch hier etwa 15 Mezedes gereicht. Kleine, aber feine Gerichte zur Begleitung für ein Glas Wein oder einen Longdrink. Dazu lädt die „Kouzina Bar“ ein: ob zum gemütlichen Feierabenddrink oder zum langen Abend mit Freunden. „Mit unserer Idee von Kouzina wollten wir die authentische griechische Küche nach Deutschland bringen. Wir wollten in unserm Restaurant hier in den Saarlouiser Kasematten so kochen, wie in Griechenland gekocht wird. Heute kann ich sagen, es war eine erfolgreiche Idee. Die Leute haben es gut angenommen. Sehr gut sogar. Nach drei Jahren merken wir auch immer mehr, wie viele Gäste von außerhalb hierher kommen, um bei uns zu speisen“, ergänzt Babi. Viele Gäste reisen gerne nach Griechenland. Und sie wollen dann auch in einem griechischen Restaurant so essen, wie sie es dort in ihrem Urlaub erlebt haben. Mit dem Restaurant und der angeschlossenen Bar ist den beiden Brüdern ein kluger Schachzug gelungen. Ihre Gäste können erst im „Kouzina“ essen und dann rüber in die Bar wechseln. So verbringen sie den ganzen Abend hier. Zu der Eröffnungsfeier Anfang Dezember war ich eingeladen. Viele freundliche Menschen waren da, ein großes Buffet – ein herrlich ungezwungener Abend mit einer herzlichen Atmosphäre. Auch Sabine Eckhard und Sandra Dörr gehörten zu den Gästen. „Wir kommen sehr gerne hierher. Ich mag die Besitzer, ich mag das Restaurant. Es ist einzigartig – nicht nur für Saarlouis. Und wir werden oft auch in der Weinbar vorbeischauen“, betonte Sabine Eckhard. Und Sandra Dörr ergänzte: „Wir arbeiten beide bei einer Werbeagentur und sind häufiger mittags oder auch Mal abends hier. Ich komme auch gerne mal auf ein Glas Wein, mit Kollegen und Freunden.“ So saßen wir am großen Tisch noch eine Weile, immer wieder wurden einige kleine Teller gereicht. Irgendjemand kam immer noch dazu. Es war ein Fest, keiner wollte gehen. Wir aßen, tranken und lachten viel. Die Brüder Messiakarias sind beide Köche, sie kennen sich aus. Auf meine Frage, wohin nach Griechenland ich fahren sollte, um die echte, große Küche des Landes kennen zu lernen, antwortet mir Dinos: „Auf Kreta oder Santorin. Santorin ist die Nummer eins. Wir kochen hier viele Rezepte aus Santorin. Die Insel steht für vieles Gute: Kapern etwa oder der Vino Santo. Den gibt es hier als Longdrink. Ich habe viele Rezepte von dort, die wir auch hier nachkochen. Für mich Griechenlands Küche Nummer eins!“ Aha, dachte ich, gute Idee. Denn ich kenne doch eine Hamburger Köchin, die seit Jahrzehnten auf Santorin wohnt: Uschi, wir müssen reden.

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