Vom Herd vor die Kamera

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Vom Herd vor die Kamera

Seit vielen Jahren gehört Cliff Hämmerle zu den besten Köchen des Saarlandes. Jetzt reiht sich der Sternekoch auch in die Riege der Fernsehköche ein. Ab 6. Februar läuft seine Sendung „Mit Herz am Herd“ jeden Samstag im Regionalfernsehen des Saarländischen Rundfunks.

Cliff Hämmerle geht unter die Fernsehköche. An diesem Samstag startet der Saarländische Rundfunk eine neue Kochsendung mit dem Titel „Mit Herz am Herd.“ Sendetermin ist samstags um 18.15 Uhr. Wer ihn verpasst, kann die Aufzeichnung natürlich auch in der SR-Mediathek im Internet anschauen. Die einzelnen Kochsendungen werden dort ein Jahr lang abrufbar sein.

Cliff Hämmerle. Der Koch steht wie kaum ein anderer in der Region für hohe Kochkunst mit regionalen Produkten. Bereits vor Jahren setzte er etwa den Bliesgausaibling und das Bliesgaulamm auf die Karte. Und auch viele andere regionale Produkte landen in seinem Kochtopf.

Hämmerle beherbergt in seinem Haus in Blieskastel zwei Restaurants – das Sternerestaurant „Barrique“ und das unbesternte „Landpartie“. Beide Restaurants sind im Preis-Genussverhältnis herausragend! Und beide gehören zu den Top-Adressen des Saarlandes, sind meist ausgebucht. Cliff Hämmerle nun als den Koch mit den saarländischen Produkten im regionalen Fernsehen zu präsentieren, ist aus meiner Sicht eine wirklich gute Entscheidung.

Es ist angerichtet: Crème Brûlée vom Birkweiler Ziegenfrischkäse mit Basilikum Limoneneis. - Foto:J.W.

Es ist angerichtet: Crème Brûlée vom Birkweiler Ziegenfrischkäse mit Basilikum Limoneneis. – Foto:J.W.

In den vergangenen Jahrzehnten wurde im Saarland gut bis sehr gut gekocht, nur die Kommunikation dieser herausragenden Leistungen ließ zu wünschen übrig. Doch was der Südwest-Rundfunk in den vergangenen Jahren hinbekommen hat – nämlich mit Vincent Klink einen Spitzenkoch zu präsentieren, der auch für die Küche seiner Heimat steht – sollte auch dem Saarländischen Rundfunk mit Cliff Hämmerle gelingen.

Andrea Etspüler, verantwortliche Redakteurin der neuen Kochsendung, erläutert das Konzept: „Wir sind mit unserer Küche im Land unterwegs. Wir fahren gerne zu Höfen oder kleinen Betrieben, die mit guten Produkten in Zusammenhang stehen! Auch gerne mal über die Grenze nach Frankreich.“

So waren die ersten Adressen, bei denen aufgezeichnet wurde, der Neukahlenberger Hof in Böckweiler, der Kulturpark Reinheim-Bliesbruck, das Landgut Clemens-Bernardi in Kleinblittersdorf und der Birkenhof in Naßweiler im Warndt.

Und das läuft dann so ab: Cliff Hämmerle baut mit seiner Kochtruppe eine flexible Küche vor Ort auf, und anschließend wird ein saarländisches Gericht gekocht. Dabei steht der Sternekoch vor der Aufgabe, aus alten Rezepten neue Interpretationen zu schaffen. „Ich bin mittendrin in der Rezeptfindung und versuche, alte Rezepte zu modernisieren und hoffe, die Zuschauer empfinden das Ergebnis als gelungen“, erzählt Hämmerle.

Der Sternekoch legt Wert drauf, dass jede Sendung einen regionalen Gedanken trägt. Stets steht ein regionales Produkt oder ein regionales Gericht im Mittelpunkt. Die Auswahl dürfte groß sein, denn im Saarland gibt es jede Menge oft auch kleiner Produzenten, die herausragenden Fisch, sehr gutes Fleisch, Käse, Brot, Linsen und was weiß ich noch alles in fantastischer Qualität herstellen. Wer gute Produkte hat, kocht in aller Regel auch herausragend.

Begleitet wird Hämmerle in den Sendungen von drei jungen Redakteuren und einem gestandenen Koch. Diese sind Simin Sadeghi, Sabine Wachs, Max Weil und Michael Koch. Die gute Stimmung beim Kochen kommt rüber. Da nicht alle Mitstreiter die saarländische Küche bei Großmutter kosten konnten, gilt es auch für die Kochschüler Neues zu entdecken.

Alltagsküche für jedermann zum Nachkochen

Simin Sadeghi stammt aus dem Emsland, ist heute beim SR auch für die Sendung: „Da will ich hin“ zuständig und war überrascht, welche Vielfalt an Gerichten sie im Saarland vorfand. „Ich lerne gerade durch die Kochsendungen die saarländischen Rezepturen kennen und bin ganz begeistert“, erzählt sie. „Vor allem ,Hoorische‘ haben es mir angetan. Cliff ist immer unser Regisseur, wir wissen vorher nicht, was wir mit ihm kochen. So habe ich jetzt ,Geheirade‘ kennengelernt oder auch „Bibbelschesbohnesupp“ entdeckt. Dazu gab‘s ,Quetschekuche‘. Ich wusste nicht, dass man dies hier zusammen isst, bei uns zu Hause würde man das nacheinander essen“, erzählt sie und lacht.

 Cliff Hämmerle (Mitte) mit Michael Koch, Simin Sadeghi, Sabine Wachs und Max Weil (von links nach rechts). - Foto:J.W.


Cliff Hämmerle (Mitte) mit Michael Koch, Simin Sadeghi, Sabine Wachs und Max Weil (von links nach rechts). – Foto:J.W.

Inzwischen hat sie dieses Gericht auch zu Hause nachgekocht. Und genau das möchte Cliff Hämmerle seinen Zuschauern nahebringen: Hier wird keine komplizierte Hochküche interpretiert, sondern eine Alltagsküche für jedermann. Zum Nachkochen.

Deshalb steht er auch nicht mit seinen Leuten in einer High-tech-Küche, sondern allein in einer Feld- und Wiesenküche. Es ist schon ein Erkennungszeichen, dass hier jeder die Gerichte nachkochen kann.

Kochschüler Max Weil jedenfalls ist begeistert: „Mir hat die Idee gefallen, dass man mit einfachen Mitteln ein geniales Essen zaubern kann. Zudem kann man bei Cliff Hämmerle noch jede Menge lernen. Mit wenig Zeitaufwand, platzsparend. Die Küche steht nicht voll mit vielen Utensilien, sondern der Topf, in dem ich vorher die Gemüsebrühe angesetzt habe, dient mir später auch für das Anbraten des Fleisches.“

Ich persönlich wünsche mir, dass diese Sendung für viele Köche und Neueinsteiger im Land inspirierend wird. Für die Profis, selbst einmal ein angestaubtes Rezept neu zu interpretieren, für die Neueinsteiger, durch diese einfachen Kochanleitungen den Weg an den Herd zu finden.

Außerdem kann der Saarländische Rundfunk mit dieser Sendung vielleicht auch Kochbegeisterte in allen Teilen der Republik dazu inspirieren, diese Rezepte kennenzulernen und das Saarland auch einmal zu besuchen, um diese besondere Küche hier zu goutieren.

Wir dürfen gespannt sein, was wir da in Zukunft Althergebrachtes in neuem, modernem Gewand nachkochen dürfen.

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