Historisches in neuem Gewand

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Historisches in neuem Gewand

Der Schlossberg in Homburg ist seit jeher ein beliebtes Ziel für Ausflügler, Wanderer und Geschichtsinteressierte. Sie alle finden jetzt wieder im „Schlossberg Hotel Homburg” eine Anlaufstelle. Das Haus wurde umfassend renoviert und verfolgt unter neuer Leitung auch ein neues Konzept. Man will ein Haus für alle sein.

Das „Schlossberg Hotel Homburg” liegt auf dem Gipfel des Schlossbergs, einem historischen Ort. Direkt oberhalb der größten Buntsandsteinhöhlen Europas und nur wenige Schritte von der Ruine Hohenburg und einem Premiumwanderweg entfernt. Es ist das Wahrzeichen der Kreisstadt, hier weht der Wind der Geschichte. Ende des 19. Jahrhunderts erbaute hier Christian Leschhorn eine Gastwirtschaft. 1901 wurde der Turmbau draufgesetzt. Auf Postkarten hieß es damals: „Restauration und Kurhaus Schlossberg, schönster Punkt der Westpfalz.”

Von der Terrasse des Hauses hat man einen fantastischen Blick über die Region. – Foto: www.sabinehafner.de

Schon immer zog es die Gäste hier auf die Terrasse, die eine atemberaubende Aussicht über die Stadt und die Region bietet und für viele auch der richtige Ort im Sommer ist, um den Sonnenuntergang zu genießen. Lange Zeit lag das „Schlossberg Hotel” in einem Dornröschenschlaf, doch jetzt ist es wieder daraus erwacht. Als ich ankomme, werde ich bereits von Professor Dr. Peter Theiss und Giuseppe Nardi erwartet. Die beiden haben das saarländische Unternehmen Dr. Theiss Naturwaren weltweit bekannt und erfolgreich gemacht, und beide sind ausgewiesene Feinschmecker. Giuseppe Nardi hat den Part des Geschäftsführers übernommen. Geleitet wird das Hotel von Corinna Welsch, einer bestens dafür ausgebildeten Frau, die das „Schlossberg Hotel Homburg” mit ihren Ideen wieder auf die Erfolgsspur gebracht hat.

61 Zimmer und sechs Suiten zur Auswahl

Das Motto des Hauses lautet: „Wie zu Hause – nur besser!”, und man fühlt sich als Gast in der Tat vom ersten Moment an gut aufgehoben. Corinna Welsch erläutert das Konzept: „Ich kam voriges Jahr bewusst schon vor der Renovierung her, denn ich wollte beim Umbau dabei sein.” Zuvor sei das Haus fast zu schick gewesen, erklärt sie. Das habe viele potenzielle Gäste davon abgehalten, das Haus zu besuchen. Insbesondere Wanderer oder Ausflügler. „Wir wollen aber ein Haus für alle sein. Entsprechend haben wir unser Haus stilvoll eingerichtet, aber verzichten beispielsweise bewusst auf Tischdecken. Bei uns kann man sowohl ein großes Menü essen, als auch einfach nur auf ein Eis vorbeikommen oder eine Vesperplatte sowie einfach nur auf der Terrasse ein Glas Wein genießen.” Neben den Investitionen in den Umbau wurde zudem kräftig in Personal investiert, wie Welsch betont: „Es gab intensive Personalschulungen.

Ich schaue mich ein wenig um. Das Haus verfügt über 61 Zimmer und sechs Suiten. Die Bar ist ein echter Blickfang und täglich von 17 Uhr bis 1 Uhr nachts geöffnet. Vom eleganten Whisky bis zum besonderen Wein findet sich für jeden Geschmack etwas. Unser eigentliches Ziel ist aber das Restaurant „Vauban” – benannt nach dem Mann, der die nahezu uneinnehmbaren Festungen von Phalsbourg bis Saarlouis baute. Hier wurde – in seinem Namen – eine Festung des guten Geschmacks gebaut. Das Restaurant hat einen wunderschönen Holzfußboden, die Tische sind aus hellem, einladendem Holz.

Wir setzen uns mit anderen Gästen zusammen an eine lange Tafel und goutieren zahlreiche Positionen der Karte. Die Kellner bringen zunächst eine vielfältige Auswahl an Vorspeisen: von Krabbencocktail, Scampis, über Caesars Salad bis zum gebackenen Ziegenkäse auf gegrilltem Gemüse. Dazu gibt’s einige Vorspeisen, die man nicht auf jeder Karte findet. Beispielsweise die „Mini Buddhabowl” – pochierter Lachs mit Sushi-Reis, Avocado, Edamame, Granatapfelkernen, Wasabi-Crunch und Sweet Chili-Mayonnaise. Edamame heißt übersetzt „Bohnen am Zweig”, es handelt sich um unreif geerntete Sojabohnen, die in der Hülse gegart werden. Zudem werden kleine Hähnchenspieße mit Erdnuss-Satay-Soße gereicht. Die Produkte sind alle marktfrisch, und alles ist mit viel Sachverstand zubereitet. Ein wirklich außergewöhnlicher Beginn unseres Essens, der Lust auf mehr macht.

Anwesen mit all seiner Historie erhalten

Von der Terrasse des Hauses hat man einen fantastischen Blick über die Region. – Foto: www.sabinehafner.de

Als Hauptspeisen gibt es bei unserem Besuch verschiedene Fleischvariationen zur Auswahl: von der Schlossberg-Grillpfanne über Rinderfilet, Roastbeef, Boeuf bourguignon, Wiener Schnitzel bis zu Chateaubriand. Wer eher Fisch mag, auf den warten Wolfsbarsch oder Lachs. Natürlich kommen auch Vegetarier nicht zu kurz. Ich entscheide mich für ein Chateaubriand, ganz klassisch. Mit Rosmarinkartoffeln, Pfeffersoße und einer hausgemachten Sauce béarnaise. Klassisch auf den Punkt gegart und zart, comme il faut! Ein Gedicht. Überhaupt sehe ich nur zufriedene Gesichter, wenn ich mich in der Runde umblicke.

Während des Essens erzählt Giuseppe Nardi, dass ganz persönliche Motive hinter dem Engagement für dieses Haus stehen: „Wir sind davon überzeugt, dass dieses Anwesen mit all seiner Historie der Stadt Homburg einfach unbedingt erhalten bleiben muss. Deshalb haben wir dem Restaurant ein neues gastronomisches Konzept eingehaucht. Mit guter Küche, bodenständigen Zutaten und unserer Liebe zu mediterraner Küche. Wie es sich auf einem Sonnenplatz auf dem Berg gehört.”

Die Weinkarte des „Vauban” lässt ebenfalls keine Wünsche offen. Es finden sich internationale Weine aus Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien – und alle zu sehr fairen Preisen, wie ich finde. Das geht schon beim Champagner los, etwa aus den Häusern Taittinger und Ruinart. Auch der Dom Pérignon ist hier günstiger als sonst vielerorts.

Ich blättere die Weinkarte durch. Aus Deutschland gibt es sehr unterschiedliche Weißweine. Regional aus dem Saarland etwa von Karl Petgen. Von der Mosel stehen edle Tropfen aus dem Hause Rosch hier. Die Pfalz ist durch Pfaffmann, Kuhn, Buhl, Rebholz und Knipser vertreten. Fraglos eine wirklich gute Auswahl.

Ausgewogene Weinkarte mit fair konzipierten Preisen

Auch die französischen Kreszenzen können sich sehen lassen. Bei Weißweinen etwa von Joseph Drouhin und Louis Jadot. Dass in diesem Haus ein unendliches Wissen über italienische Weine existiert, kann man ja schon am Homburger Marktplatz im „Vinoh!” schmecken, das von Nardis geführt wird. Meine Favoriten hier sind Terlaner aus Südtirol und Jermann aus dem Friaul.

Das Restaurant „Vauban” wirkt elegant und edel, aber nicht zu schick. – Foto: Laszlo Pinter

Bei den Rotweinen sieht es ähnlich aus. Die deutschen Rotweine stammen alle aus der Pfalz von den oben erwähnten Winzern. Alle deutsche Spitzenklasse und zum Teil wirklich sehr kundenfreundlich kalkuliert. Einen Gaudenz von Knipser etwa gibt es für 26 Euro. Die Rotweine aus Frankreich stammen aus den Anbaugebieten Châteauneuf-du-Pape, Bordeaux und Rhône. Mein Favorit ist bei dieser Auswahl ein Santeney Clos de Malte von Louis Jadot aus dem Haut Médoc.

Aus Italien finden Liebhaber alles, was das Herz begehrt. Vom Chianti Classico aus dem Hause Antionori in der Toskana bis zu den italienischen Flaggschiffen, etwa Ornellaia. Aber auch der Zweitwein von Ornellaia, Le Volte, zum viel kleineren Preis. Dafür mit ganz viel Geschmack. Aus Spanien gibt es fünf Positionen. Ich tendiere da zum Barón de Lay aus Rioja.

Aber zurück zum Essen. Abgerundet wird unser gemeinsames Mahl mit Eisvariationen aus der hauseigenen Eismanufaktur „Gelatoh!”. Darüber habe ich an dieser Stelle bereits ausführlich berichtet, und das Eis gehört nach wie vor zu meinen absoluten Favoriten im Saarland. Sollten Sie wirklich einmal probieren.

Das Eis stammt aus der hauseigenen Manufaktur

Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass das „Schlossberg Hotel Homburg” neben sieben Konferenzsälen auch über einen großen Ballsaal für Feiern verfügt – den größten weit und breit. Hier finden bei Gesellschaften bis zu 200 Personen Platz, und wenn der Saal nur bestuhlt ist, etwa bei Konzerten, finden sogar knapp 400 Personen Platz.

Unter anderem wird auch das Saarländische Staatstheater ab Donnerstag, 29. August, an dieser Stelle mehrere Konzerte veranstalten.

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